| Hallo,
Herzlich Willkommen zur 18. Ausgabe des Schlangengesangs.
Das Thema "Braucht die Göttin einen Tempel?" hat euch ja sehr bewegt,
wie uns die zahlreichen Meldungen bestätigen. Daher wird in dieser
Ausgabe der Schwerpunkt auf diesen Briefen und Kommentaren liegen. Die
bereits angekündigte Avalon-Ausgabe wird vermutlich dann die nächste
sein.
Wir wünschen Euch viel Spaß und freuen uns auf Post von Euch,
Das Schlangengesang-Team
ArtemisAthene, Caitlin, Gwenhwyfar, Gan-Chan, jana, Karmindra, Markus,
MedeaLaLuna, Nebelweib, Temkes, Zauberweib

Inhaltsverzeichnis
Göttin:
- Die Große Göttin bei den Thrakern
-
Braucht die Göttin einen Tempel?
Praktisches:
- Spirituelle Gartenkunst
Aufgelesen:
- Aktuelles:
Hindutempel
- Buchrezensionen:
Im Kreis des Lebens
Netze weben:
- Bericht vom Frauen-Gedenk-Labyrinth
- Kontaktanzeigen
Kalender:
- Feiertage Juli / August / September
- Volcanalia
- Veranstaltungen
Impressum / Schlangengesanginfos / Kontakt / Abmelden
  
Die Große Göttin bei den Thrakern
Die Thraker waren ein indoeuropäisches Volk auf dem Balkan, in der
Region, die heute auf die Länder Rumänien, Bulgarien, Jugoslawien und
Teile Nordgriechenlands aufgeteilt ist. Durch die
Kolonialisierungsbestrebungen des antiken Griechenlands entstand ein
reger Austausch zwischen den Kulturen beider Völker. Denn obwohl die
Thraker keine eigene Schrift kannten, hatten sie doch eine hoch
entwickelte Kultur mit einer großartigen Kunsthandwerker-Szene und
interessanten eigenen Mythen. Berühmt wurden vor allem die
Goldschmiedearbeiten, die noch heute Weltruhm genießen.
Wahrscheinlich ist, dass die Thraker über Kleinasien und Griechenland
ins Gebiet des Balkans wanderten. Dafür sprechen zahlreiche
Ortsbezeichnungen, aber auch die Ähnlichkeit der Mythologie der Völker
Kleinasiens mit der Mythologie der Thraker. Löwen, Greife und auch
Stiere sind beliebte Motive auf den gefundenen Grabbeigaben und auch der
Name der Göttin Kybele taucht als Bezeichnung für die thrakische „große
Göttin“ auf.
„Thrake“ soll nach Arrainos eine Nymphe gewesen sein, die heilkundig war
und mit Hilfe von Pflanzen und Musik Schmerzen hervorrufen und heilen
konnte.
Die Sprachwurzel per-/pir/per(k), was soviel wie Felsen, Berg oder Stein
heißt, war in dem Namen Pèrke enthalten, welcher der Vorläufer der
Bezeichnung Thrake gewesen sein soll. Tatsächlich wurde die „große
Göttin“ in Thrakien meist auf Bergen und Felsen verehrt.
Schon in der Frühzeit der thrakischen Kultur nimmt die „große Göttin“
eine Sonderstellung ein. In den Gräbern der Jungsteinzeit (6.-4.
Jahrtausend v.u.Z.) finden sich in Hügelgräbern kleine Figurinen aus Ton
und Knochen, die eine Muttergottheit darstellen. Sie wird als
Schwangere, Gebärende oder Mutter dargestellt.
Sogar das Modell eines Kultplatzes ist erhalten. Es zeigt Altäre,
Kulttische und -Stühle, Gefäße und die Figuren von Priesterinnen.
Verziert waren diese Tonfiguren mit Spiralen, Mäandern, Dreiecken und
anderen Ornamenten.
Herd und Ofen spielen in der Verehrung der thrakischen Muttergöttin eine
wesentliche Rolle und erinnern uns damit auch an ihre griechische
„Schwester“ Hestia. Den Erd- bzw. Wasser-Verbundenen Aspekt der „großen
Göttin“ zeigen die aus Ton modellierten Tiere, die symbolhaft für sie
sind: Schildkröte, Schlange und Frosch.
Die Darstellungen männlicher Figuren und tönerner Stiere kommen erst zum
Ende der Jungsteinzeit auf, in einer Zeit, die auch deutlich von
gesellschaftlichen Veränderungen geprägt ist. Steppennomaden dringen in
das Gebiet der Thraker vor, der Kult der bis zu diesem Zeitpunkt alles
beherrschenden „großen Göttin“ wandelt sich.
In der Bronzezeit gibt es einen deutlichen Einfluss der
kretisch-mykenischen Kultur. Sowohl bei Gefäßen wie auch bei
Metallarbeiten ähneln sich die verwendeten Designs und Ornamente.
Spiralen und konzentrische Kreise sind nach wie vor beliebte Symbole. Es
wurden auch Tafeln mit der mykenischen Linear-B-Schrift gefunden.
In dieser Zeit bildet sich in der thrakischen Religion eine göttliche
Trias heraus: Mutter-Göttin, Tochter-Göttin und Sohn-Heros.
Schriftliche Zeugnisse der „großen Göttin“ gibt es erst in der Zeit der
griechischen Kolonialisierung. Herodot bezeichnet sie als Artemis oder
Artemis-Basileia (Königin). Sie trägt aber häufig auch die Beinamen:
Tereia, Kotytto, Bendis, Axiokersa. Der jeweilige Herrscher erhielt
seine Macht aus den Händen der Göttin, weshalb er häufig ihren Namen
annahm (z.B. Kotys, Teres). Die Göttin war zugleich die Mutter und die
Gemahlin des Herrschers. Der Name des Heros-Gottes war Sabazios/Zagreus,
der des gemeinsamen Sohnes Zalmoxis, Rhesos oder Orpheus.
Heilige Plätze der „großen Göttin“ waren Höhlen, Berggipfel und Haine,
wo auch die Inthronisationsriten stattfanden.
Der Name der griechischen Göttin Semele, Mutter des Gottes Dionysos, ist
thrakischer Herkunft, er stammt von Zemelos = Erde.
In den letzten Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung (ab ca. 300 v.u.Z.)
verschmilzt die „große Göttin“ in den Darstellungen immer mehr mit den
Göttinnen des griechischen Pantheons. Dennoch gibt es weiterhin sehr
typisch thrakische Darstellungen der „großen Göttin“ als Beschützerin
der Tiere. Sie wird meist geflügelt abgebildet und hält in einer Hand
einen Becher als Symbol der Fruchtbarkeit. Die Häufigkeit ihrer
Darstellung übertrifft die aller anderen Götter.
In der griechisch-thrakischen Kunst spielen die griechischen Göttinnen
Artemis, Athena, Hera und auch Nike eine herausragende Rolle.
Die Darstellung der Göttin verändert sich in römischer Zeit erneut. So
gibt es neben den im römischen Reich üblichen Darstellungen von
Göttinnen, für das Thraker-Gebiet typische Besonderheiten: Weihreliefs
mit den Darstellungen des Heilgottes Asklepios/Aeskulap und der Göttin
Hygieia, der Göttin der Gesundheit, sowie Weihreliefs mit drei Nymphen
oder Fruchtbarkeitsgöttinnen, vergleichbar mit den Darstellungen der
drei Grazien. Die Symbole, die diese in den Händen tragen, sind Muschel,
Blume oder ein Gefäß, aus dem Wasser fließt.
Auch der Göttin Diana/Artemis wurden solche Relieftafeln geweiht. Sie
wird meist auf einem Reh reitend dargestellt, mit dem Köcher und dem
Bogen über der Schulter, begleitet von einem Hund oder einem
Wildschwein.
Auch einige Mysterienkulte, die sich besonders in der römischen
Kaiserzeit großer Beliebtheit erfreuten, hatten ihre Basis in Thrakien:
der Kult des Orpheus, des mythischen Sängers und Sohns der Göttin Bendis,
sowie der Dionysos/Bacchus-Kult, der auch einen starken musischen Aspekt
besaß, durch die Tänze der Mänaden und der Satyrn. Mit geheimen
Einweihungsriten und eigenen Tempeln blieben diese Kulte jedoch einem
engeren Kreis von Gläubigen vorenthalten.
Verwendete Literatur und Links:
„Gold der Thraker“ – archäologische Schätze aus Bulgarien, Philipp von
Zabern -Verlag
Die Thraker – das goldene Reich des Orpheus, Philipp von Zabern - Verlag
Bonner Rundschau – Thraker extra 2004
http://de.wikipedia.org/wiki/Thraker
http://www.kah-bonn.de/index.htm?ausstellungen/thraker/index.htm
Artemisathene

Braucht die Göttin einen Tempel?
Sehr viele haben sich zu der Frage geäußert - dazu erstmal recht
herzlichen Dank an euch alle! Den Großteil der Meldungen also im
Folgenden; aber keine Bange: schreibt uns weiterhin, es kommen noch
genügend Schlangengesänge, die eure Antworten und Gedanken enthalten
können :)

Das wäre herrlich, im deutschsprachigen Raum ein Tempel für die Göttin.
Meine Vision ist etwas ganz anderes. Etwas, das der Natur viel näher
kommt und nicht so teuer wäre wie ein Betonbau. Wie jana schreibt, „Auf
dem Göttinnenpfad wissen wir, die Göttin ist überall (in jeder Frau).
Ich kann sie überall spüren und ihr begegnen, im Lachen, im Wind, in der
Blume, im Baum....“
Jetzt die Frage, könnten man nicht versuchen dies alles zusammen zu
nehmen und etwas ganz Neues zu bauen. Keine schwere Betonbauten sondern
frische, lebendige Sträucher und mit denen einen Tempel formen, so wie
es schon einige Häuser gibt. Der Fortschritt auf diesem Gebiet ist
riesengroß.
Wenn diese Zeilen Anklang findet, dann schaut das Bild im
permakultur-akademie.net
an. Zugegeben ich stelle es mir noch größer und noch schöner vor, aber
alles in reiner Natur. Ich glaube sicher, dass in einem solchen Tempel
wir in unserem Innern am nächsten sind.
Poseidon
~)O(~
Seit vielen Jahren spüre ich, wie die Göttin in meinem Herzen ist. Daher
hatte ich nie wirklich das Bedürfnis nach einem Tempel für SIE. In
meinem Schlafzimmer habe ich einen Altar und einen Ritualtisch und im
Garten das Glück eines kleinen Feuerplatzes für meine persönlichen
„Events“.
Als Kind lernte ich die Göttin im Wandel der Natur und ihrer Lebewesen
kennen – dies ging allerdings so natürlich von statten, dass es mir erst
viel später bewusst wurde.
In späteren Zeiten spürte ich auf vielen Reisen ins „Klassische
Altertum“ (Griechenland, Türkei und Ägypten) das Wesen der Göttin in den
ihr errichteten Tempeln, und die unzähligen Bittgebete in ihrem Namen
(wenn auch aus längst vergangener Zeit) lassen mein Herz immer wieder
freudig strahlen.
Ein Ort allerdings, den ich 1999 kennenlernen durfte, hat mir die
Vorstellung meines persönlichen Tempels für die Göttin vor Augen geholt,
so dass ich davon nicht mehr lassen kann und wann immer es möglich ist,
ich in Gedanken zu dieser Höhle reise (da sie ca. 2000 km von meinem
momentanen Wohnort entfernt ist, geht das leider in persona nicht so
oft).
Wiederum entsteht in meinen Gedanken das Bild der Melissani-Höhle auf
der Insel Kefalonia (größte ionische Insel von Griechenland).
Viele Legenden ranken sich um dieses Höhle, in der man sowohl die sich
vor zurückgewiesener Liebe in den See stürzenden Nymphe Melisanthe, wie
auch die Nymphengrotte aus der Odyssee vermuten kann. Archäologisch fest
steht, dass es die Höhle und den See seit ca. 20.000 Jahren gibt und
dass auf der kleinen Insel im hinteren Drittel prähistorische Funde von
Frauenstatuen und Votivgaben (mit weiblichen Motiven) gefunden wurden.
Als ich damals das erste Mal mit dem kleinen Ruderboot über den
türkisstrahlenden See gefahren wurde – und auch noch das Glück hatte,
dass kein anderes Boot meine Gedanken störte – spürte ich sowohl die
Stimme der Göttin - noch klarer als sonst - in meinem Herzen als ich
auch körperlich ihre Anwesenheit fühlte. Als wir um die kleine Erhöhung
herumgerudert wurden, rollte gerade ein Stein – ohne ersichtlichen
Anstoß –soweit ans Wasser, dass ich ihn ergreifen konnte; ich bedankte
mich bei der Göttin für das Geschenk und musste meine Tränen vor dem
Bootslenker und meinem Mann verbergen (als ich mit meinem Mann wieder
alleine war, habe ich ihm dann alles erklärt, denn er versteht sehr
viel!).
Als ich 2004 wieder zurück auf „meine Insel“ kam, war natürlich wieder
ein Besuch der Grotte dabei und – obwohl sie auch eine
Touristenattraktion ist - hatte ich auch diesmal das Glück, von anderen
Booten verschont geblieben zu sein. Ich spürte wieder ihre Bestimmung
als Tempel für die Göttin; zumindest in meinen Gedanken, meinen Worten
und meinem Herzen (bin ich für sie).
An keiner anderen Stelle – auch nicht in den Tempeln der Aphrodite oder
der Hathor persönlich – habe ich mehr die Anwesenheit von IHR gespürt
als hier. Wenn ich nun an meinem kleinen Ritualplatz zuhause sitze oder
in das Blätterdach über mir auf meiner Gartenwiese schaue, dann kommt
dieses Bild zurück in meinen Kopf und mein Herz und dann weiß ich –
jetzt bin ich ihr ganz nahe – in ihrem Tempel !
ina wähner
~)O(~
Ein Tempel für die Göttin? Das klingt phantastisch und ist ein Traum,
der wahr gemacht werden sollte.
Eine der ersten Fragen, die ich mir bei dieser Überlegung gestellt habe,
war, was ein Tempel in diesem Sinne für uns sein sollte. Was wollen wir
mit selbem erreichen? Worauf wollen wir unser Augenmerk richten und was
ist uns dabei wichtig? Welche Ziele wollen wir uns setzen?
Zunächst einmal bin ich, trotz des Artikels der letzen
Schlangengesang-Ausgabe, noch immer der Meinung, man sollte die Göttin
nicht hinter Mauern eingeschlossen verehren, so kunstvoll diese Mauern
auch sein mögen. Man kann sicher auch heute noch nur bewundern, was die
Baumeister der Antike und des Mittelalters geschaffen haben, und von
welcher Beständigkeit ihre Bauwerke noch heute sind. Doch gerade das ist
es. So viele Kulturen hatten ihre eigenen, für sie unveränderlichen,
beständigen Gottheiten, so wie ein Mensch im Grunde auch immer derselbe
ist. Natürlich, jeder Mensch hat seine Launen und wird durch so viele
Erlebnisse in seinem Leben geprägt. Doch er bleibt trotz allem immer er
selbst. Genauso, wie beispielsweise die Gottheiten der griechischen
Antike, der Maya oder die Hindu-Gottheiten. Sie alle hatten ihren
eigenen unverwechselbaren Charakter und ihre Attribute.
Wir jedoch verehren das große Ganze; jede einzelne Facette, jeden
einzelnen Aspekt des Wesens der Göttin, weil Sie wandelbar und jeder
Teil von Ihr ehrenswert ist. Sie hat so viele Gesichter, dass es mir
unmöglich erscheint, Sie in einem unabänderbaren Gebäude zu ehren. Somit
sollte auch Ihr Tempel wandelbar sein. Jeder, der die Göttin in Ihrem
Tempel verehren möchte, kann hier seine Visionen von Ihr hineinbringen,
seine Phantasie und seine Träume ausleben, seine Wünsche äußern und mit
in die Gestaltung des Tempels einfließen lassen, und dann die
Möglichkeit haben, ihn erneut zu ändern, wenn die nächste Phase des
Lebens beginnt, sodass er genauso facettenreich und wandelbar wird, wie
Sie selbst es auch ist.
Das geht, wie gesagt, nicht, indem wir uns von Ihr durch Mauern
abgrenzen, sondern nur indem wir Ihre Nähe suchen. Denn:
Strahlt Sie uns als Sonne, so lachen wir in Ihrem Licht.
Scheint Sie uns als Mond, so singen wir in Ihrem Glanz.
Fällt Sie uns als Regen, so tanzen wir in Ihrem Takt.
Meine Vision ist also ein veränderlicher Tempel, in welchem wir alle die
Baumeister sind, in den jeder seine eigene Vorstellung von der Göttin
einfließen lassen kann, aber auch die Möglichkeit hat, an den
Vorstellungen anderer teilzuhaben und sich mit ihnen auszutauschen. Es
soll ein Ort sein, an dem wir zusammenfinden und gemeinsam ein Zeichen
setzten können. Um zu zeigen, dass wir, trotz all der Geschehnisse der
letzten Jahrhunderte, noch immer nicht verschwunden sind und wieder ins
Bewusstsein der Menschen zu rücken versuchen. Wir wollen uns
austauschen, Erfahrungen teilen und die Göttin, in welcher
Erscheinungsform auch immer, gemeinsam ehren.
Es ist ein Tempel, der an keinen festen Ort gebunden ist. Er kann
überall errichten werden, wo wir Heiligkeit finden, und die finden wir
überall in der Natur.
Meine Idee ist noch längst nicht ausgereift, doch das ist das
Grundlegende, was ein Tempel der Großen Göttin für mich erfüllen müsste.
Na, wie seht ihr das?
Ausbau der Idee, Einsprüche, weitere Denkanregungen oder Korrekturen
nehme ich sehr gern an. ;o)
Ryi (IsleOfRyi@web.de)
~)O(~
Als ich anfing, über das Thema nachzudenken, war ich hin und her
gerissen. Brauchen wir wirklich einen Tempel für die Göttin? Einen
Tempel, ähnlich wie eine christliche Kirche, um zu beten, zu feiern, der
Göttin nah zu sein? Brauchen wir wirklich einen Ort der Gemeinschaft,
einen heiligen Ort?
Vielleicht ist die Bezeichnung „Tempel“ auch eine nicht-treffende
Begrifflichkeit. Für mich sollte es ein Ort der Begegnung sein. Ein Ort,
an dem wir uns zusammenfinden können, unter Gleichgesinnten sein. Ein
Ort zu dem sich Frauen hingezogen fühlen, auch wenn sie noch nichts von
oder über die Göttin wissen. Ein Ort, der es ermöglicht, auf den „Weg
der Göttin“ gebracht zu werden. Ein Ort des Austausches, der
Gleichberechtigung ohne Dogmen ohne Ego-Gehabe. Mit einem vielleicht
rituellen Raum. Nur stellt sich gleich die Frage im Anschluß, wer oder
was darf den nutzen? Wieder nur ein elitärer Kreis? Ein Kreis von
Frauen, die den sog. Tempel „betreiben“? Frauen, die schon lange auf dem
Weg der Göttin sind? Frauen, die sich in einer Art Coven
zusammengeschlossen haben? Dann blieben diejenigen, die Suchen oder noch
unsicher sind, wieder einmal auf der Strecke. Dann haben wir die selben
Hirarchien, wie wir sie doch so alle ablehnen. Strukturen, wer darf wann
was tun etc. Dann brauchen wir keinen Tempel, oder ich zumindest nicht.
Ein Ort der Begegnung, ein Ort, an dem man sein kann, was man ist. Ein
Ort unter Gleichgesinnten ohne festgelegte Strukturen.
Doch werfen wir die vielen verschiedenen Göttinnenrichtungen noch mit in
den Pulk der Überlegungen:
Ich habe in meinem Kreis gelernt, dass wir uns doch einigen müssen,
damit wir nicht immer herumdiskutieren müssen. Also doch feste
Strukturen wieder ( das erklärt auch, warum ich nicht mehr in dem
initiierten Kreis bin). Also, welche Farbe welcher Himmelsrichtung
zugeordnet wird, wie sollte angerufen werden, wie die Elemente
eingeladen werden und was darf überhaupt eingeladen werden? Ich musste
meinen „Drachen“ immer draußen lassen, er war nicht gewünscht von meiner
Hohepriesterin. Meine Haus- und Hofgöttin Oya musste ich ebenfalls vor
der Türe lassen. Wie ein Verrat war das immer für mich. Aber eine so
heftige Göttin, damit kam der elitäre Kreis nicht wirklich klar.
Wir haben Spielregeln und wenn wir gemeinsam feiern wollen, müssen wir
uns einigen. So einigten wir uns im Sinne der Hohepriesterin, die
vehement ihre Tradition durchsetzte. Es sei uns freigestellt, eine
eigene Tradition zu gründen. Nun denn, das war niemals mein Bestreben,
als ich mich für eine Initiation entschied. Ich wollte die Gemeinschaft
der Frauen und war noch so blauäugig zu glauben, dass mein individueller
Weg gleich mit gestärkt und unterstützt werden würde. Von meinen
Schwestern sicherlich, nur nicht von der Hohepriesterin.
Denke ich jetzt wieder an einen Tempel, kommen diese dogmatischen
Erinnerungen mit hoch. Auch in einem Kreis wollte ich unter
Gleichgesinnten sein, mich aufgehoben fühlen. Das selbe würde ein Tempel
für mich versinnbildlichen. Doch es soll doch eigentlich ein Ort der
Begegnung sein, ohne Egostreben, ohne Machtgehabe.
Nicht jede hat die Möglichkeit, daheim einen eigenen Raum für sich zu
haben oder einen kleinen Altar aufzustellen. Die meisten der Frauen die
ich kenne, leben ihren Göttinnenweg im Verborgenen. Ihre Familien wissen
nichts davon, selbst die beste Freundin nicht, man will ja nicht als
außergewöhnlich oder gar Hexe gelten. Es ist bis zum Outen oft ein
langer Weg. Die meisten gehen ihn heimlich und einsam, dabei suchen sie
die Gemeinschaft. Wie schön wäre da doch so ein „Ort der Begegnung“?
Wegen meiner auch ein Tempel, wie auch immer man diesen Ort nennen mag.
Ein Ort, an dem die Gegenwart der Göttin fühlbar ist. Ein Ort, an dem
ihre Energie verankert ist. Ein heiliger ritueller Ort. Aber immer ein
Ort, an dem sich Frauen sicher fühlen, ihren Weg gehen zu können. Wenn
ich mich dort wieder den alten Strukturen der Gesellschaft unterwerfen
muß, weil es eine Hohepriesterin gibt, die das vorgibt, oder eine
Tempelvorsteherin, die die Spielregeln festlegt, dann denke ich als
neu-auf-dem-Weg-Gehende, kann ich doch gleich in meinem alten Muster
verhaftet bleiben. Ich möchte nicht die männlich-orientierte Seite
einfach nur gegen die weiblich-orientierte Seite austauschen. Oder doch?
Ich möchte ein Gleichgewicht im besten Fall erwirken und ich möchte auch
nicht heimlich den Gott dazurufen müssen, weil es in vielen
Frauenkreisen unerwünscht ist, den Gott anzurufen.
Es wird und ist ein Spagat: brauchen wir einen Tempel ja oder nein? Wenn
die Göttin in uns ist, brauchen wir doch eigentlich keinen Ort im Außen,
um sie zu ehren. Ehren wir uns selber und sehen unsere menschliche Hülle
als Tempel der Göttin, brauchen wir keinen im Außen. Vielleicht brauchen
wir einen Ort, um Gleichgesinnte zu treffen, einen Ort der Begegnung mit
einem Örtchen, an das man sich zurückziehen kann, beten und bitten kann,
Kraft schöpfen kann.
Einen Ort inmitten der Stadt zu finden, wo ich in Ruhe ungestört und
unbeobachtet bin, meine Arme gen Göttin strecken kann, das kann sich als
schwere Suche erweisen. Wenn ich schon auf dem Weg bin, mein Outing
hinter mir habe, keine Angst habe, als Hexe bezeichnet zu werden, kann
ich mich überall, mitten auf dem berühmten Marktplatz stellen, und in
der Göttinnenhaltung verweilen. Dann kann ich den Namen der Göttin laut
aussprechen, ohne Furcht und Angst, ohne lächerlich gemacht zu werden.
Dem Beispiel könnten hier viele folgen. Doch für all jene Frauen, die
den inneren Drang verspüren, sich und ihrer Weiblichkeit wieder näher zu
kommen, für all jene Frauen, die auf der Suche sind, für all jene
Frauen, die sich an die alten Riten der Mutter erinnern, für jene wird
es schwer sein, wenn sie nicht einen Ort der Begegnung, vielleicht auch
einen kleinen Tempel haben. Vielleicht ist ein Gemisch denkbar, oder
vielleicht werden es mal viele kleine Tempelchen aufs Land verteilt
sein, und diejenigen, die Suchen, werden diese Orte finden. Nicht alle
sind schon so gestärkt und mutig, ein Inserat in die Zeitung zu setzen
oder zu einem Hexenstammtisch zu gehen. Die meisten haben einen langen
einsamen Weg hinter sich. Ob das im Sinne der Göttin ist? So viele
Frauen es gibt, so viele verschiedene Bedürfnisse, Meinungen und
Vorstellungen werden wir finden. Die Göttin ist in uns und um uns herum
und da bedarf es sicherlich keinem punktuellen Ort, also einen Tempel.
Die Göttin spricht: Wenn Du das, was Du suchst, nicht in Dir selber
findest, wirst Du es niemals im Außen finden.
Da muß man erstmal vom Denken und Fühlen her bereit sein, dieses innere
Wissen muß erst geweckt sein und die innere Bereitschaft, sich der
Weiblichkeit zu öffnen, muß gegeben sein, dann brauchen wir keinen
Tempel. Bis dahin kann er für einen Teil der suchenden Frauen sicherlich
eine hilfreiche Stütze sein und für die, die gefunden haben sicherlich
ein Ort der Gemeinschaft und des Ausstausches sein: Der Tempel der
Göttin
MedeaLaLuna
~)O(~
Vision: Göttinnentempel in der Stadt des Einhorns
Das Fundament für einen Treffpunkt Göttinnen-Liebender zwischen
Hochrhein, Schwarzwald und Bodensee ist schon gelegt. Bereits vor sehr
vielen Jahrhunderten wurden die Mauern und Gewölbe aus
Muschelkalksteinen in Tengen-Hinterburg errichtet. Der Weg dorthin führt
durch ein Stadttor mit einem Wappen, auf dem das Einhorn jede PilgerIn
begrüßt. Dahinter öffnet sich ein ruhiger, mittelalterlicher Platz und
es geht vorbei am Brunnen und der hohen Ruine des Burgturmes. Nun
empfiehlt es sich erst hinab in die wildromantische Schlucht zu steigen
und sich ganz dem Rausch und dem tiefen Fall des Alten Bachs hinzugeben.
Das drehende Mühlrad zeigt den Aufstieg über den Eselsweg zur Hinterburg
an. Dort steht ein krummes Hagazusselhäuschen auf den Überresten der
einst mächtigen Burgbefestigung. Dieses und den kleinen Kräutergarten
davor haben mein Mann und ich vor kurzem erworben. Noch ist unendlich
viel zu tun, um das Häuschen gemütlich zu machen und auch vom
Kräutergarten ist bisher erst ein gigantischer Liebstöckel heimisch, ein
Lieblingskraut von mir. Doch unabhängig davon könnte das höhlenartige
Gewölbe der alten Burg darunter bereits zum Tempel ausgebaut werden,
fänden sich hierzu beherzte Hände ein.
Hinter dem Garten führt ein verwittertes Türchen in dunkle alte Zeiten
hinein. Es geht vorbei an einer längst erloschenen Herdstelle und an der
ehemaligen Räucherkammer. Ein weiteres Türchen führt in einen höchst
rustikalen Raum mit Südfenster, in dem ich zukünftig meine tönernen
Göttin-Figurinen erschaffen möchte. Dahinter kommt ein Gewölbe-Gang, bei
dem größere Zeitgenossen ziemlich den Kopf einziehen müssen. Jetzt
beginnt der eigentliche Tempelraum. Er ist so urig, klein und niedrig,
dass unweigerlich das Gefühl aufkommt, im bergenden Leib von Mutter Erde
zu sitzen. Einige Mauernischen bieten sich zum Aufstellen von Kerzen und
Göttinnen Figuren an. Doch das Beste ist ein Torbogen aus uralten Zeiten
in der Mitte der Ostwand, dessen untere Hälfte schon lange zugemauert
und der obere Teil mit Brettern verschlossen ist. Niemand weiß, was sich
dahinter befinden mag. Es ist ein rätselhaftes Tor für Träume und
Visionen. Vielleicht ist dort ja das Einhorn oder gar der heilige Gral
begraben? Ganz sicher aber lässt sich nach der Erforschung dieses
Geheimnisses unter dem Torbogen ein wunderbarer Altar für die Große
Göttin einrichten.
Doch unsere Hinterburg bietet noch mehr. Im abgelegenen unteren Teil ist
noch ein kleiner Raum mit schönen Kalksteinwänden und zwei Torbögen, der
zu stiller Besinnung und Meditation genutzt werden könnte. Zu unserem
Haus gehört auch ein ehemaliger Heuboden mit alten Fachwerkwänden. Hier
wäre Raum für regelmäßige Treffen Göttinnen-Liebender, wenn diese auf
Komfort verzichten wollen. Er böte einen rustikalen Rahmen für
verborgene Jahreskreisfeste, Gesprächsrunden oder andere kreative
Events.
Es könnte ein Göttinnen-Tempel entstehen, in der von Feuer und Eis
bizarr geformten Vulkanlandschaft des Hegaus, zwischen dem größten
Wasserfall und dem wasserreichsten See Europas, auf uralter fruchtbarer
Kulturerde und in schönster Natur in Tälern und Höhen mit Aussichten
über die Alpenkette, in einem winzigen romantischen Städtchen auf einem
steilen Bergsporn, indem die Stille nur vom Rauschen der umströmenden
Bäche aufgeheitert wird.
Ein Tempel macht nur Sinn, wenn sich PilgerInnen dorthin auf den Weg
begeben. Für die Verwandlung dieses vom Staub der Jahrhunderte
verfinsterten Gemäuers in einen Tempel zu Ehren der Göttin, sollten sich
Menschen zusammenfinden, die in gemeinsamer Anstrengung eine solche
Vision verwirklichen wollen. Ich denke dabei nicht nur an Leute aus der
Region Südschwarzwald und Bodensee. Die Mithilfe am Aufbau und der
spätere Genuss dieses Göttinnentempels könnte auch mit einem Urlaub in
dieser schönen Landschaft verbunden werden, die mit zahlreichen
wunder-vollen Kraftorten lockt. Meine Kräfte sind mit der Instandsetzung
von Wohnhaus, Werkstatt und Garten weitgehend gebunden. Für das
Entstehen eines Göttinnentempels und Treffpunktes in der Stadt des
Einhorns hoffe ich auf das Engagement und die handwerkliche Tatkraft
Gleichgesinnter. Ich würde mich sehr über Kontakte freuen. Die Göttin
weiß, was daraus wird.
Kontakt:
info@goettin-figurinen.net
Ein Blick auf meine Kunst:
http://www.goettin-figurinen.net
Ianana
~)O(~
Ich merke, daß ich eine Sehnsucht nach einem Ort habe, wo ich Menschen
treffen kann, die sich der Göttin auch nahe fühlen!
Ich stelle mir das als einen sehr kult-urigen Ort vor... Räume, die
gemietet werden können von Gruppen, WorkshopanbieterInnen, offene
Angebote zum Meditieren, Begegnungscafé, Ausstellungsmöglichkeiten, etc.
Toll wäre natürlich, wenn da ein großer Garten dabei wäre mit einem
heiligen Hain, Schwitzhütte, Labyrinth, Kräutergarten und Menshaus!
Ich brauche keinen speziellen Ort, um die Göttin treffen zu können. Aber
um Menschen zu treffen, die einen ähnlichen spirituellen Weg gehen wie
ich, dafür hätte ich gerne einen speziellen Ort!
Brigid
~)O(~
Also generell finde ich, dass es schöner ist, die Göttin draußen zu
ehren. Aber im Winter und wenn's regnet und so, finde ich drinnen auch
schön. Und die Idee, einen Raum als Tempel zu nutzen, hatte ich auch
schon wegen meines Vollmondkreises. Ich habe überlegt, wie der Raum
beschaffen sein müsste, damit sich alle wohlfühlen.
Wahrscheinlich sollte er nur eine Grundausstattung an Material für
Rituale haben. Schmuck, zum Beispiel Blumen im Sommer und so kann dann
je nach Ritual angepasst werden. Ich bin mir aber noch nicht schlüssig,
wie und wo ich das realisieren kann, aber generell finde ich das schon
spannend. Und IMMER muss frau sich da ja nicht treffen.
Anja
~)O(~
Die Idee, Göttinnentempel einzurichten, finde ich sehr schön! Allerdings
kam mir spontan in den Kopf: "aber noch lieber outdoor".
Es gibt zwar schon viele schöne Orte, die (vielleicht) alte Kultplätze
sind oder einfach nur so schön als Naturdenkmäler, aber ich denke da
mehr an solche Dinge wie heilige Haine, Vierecksschanzen, Labyrinthe -
oder einfach ein Stückchen Wiese oder Garten, mit einem Holzobjekt oder
einer Skulptur, mit besonderen Bäumen, vielleicht einem Altar ...
Ich glaube, wenn ich geeignete Örtlichkeiten besäße, würde ich so was
gerne mal machen und zumindest für "Eingeweihte" öffnen.
Vielleicht gibt es ja hier und da jemanden, der ein Stückchen Wiese oder
Wald besitzt, wo so etwas machbar ist?
Oder meint ihr, solche Orte laden zu sehr zur Verwüstung ein?
Bodecea
~)O(~
Ich vermisse einen Versammlungs-Ort von Gleichgesinnten, einen
Treffpunkt. Aber nicht einen Tempel, im Gegenteil. Gerade das hebt
meinen Weg sehr deutlich von anderen Wegen ab, dass ich eben *keine* von
Menschenhand geschaffene Gebäude brauche (und will). Der Wald ist mein
Tempel, und mein Garten, Mutter Erde.
Natürlich gibt es für mich spezielle Kraftorte, Schreine, Orte der
Achtsamkeit. Die können besonders kraftvoll sein oder sich gut eignen,
um Ruhe und Stille zu finden. Dort hinterlasse ich auch meistens ein
Geschenk oder manchmal ein sonstiges Andenken. Das genügt aber meiner
Meinung nach völlig. Andere Spuren meines Glaubens muss und möchte ich
nicht hinterlassen.
Grainne
~)O(~
Brauchts nen Tempel? ich würde da eher eine Art "Begegnungsstätte"
vorschlagen, wie Brigid auch meinte. Wo es Workshops, Ausstellungen usw.
gibt. Regelmäßige Treffen verschiedenster Art. Ganz toll wären gleich
noch ein paar Zimmer dabei, damit frau sich dort direkt für Seminare o.ä.
einquartieren kann. (Ja, ich möchte es "nur für Frauen" haben) Und
sowas _wenigstens_ in jeder größeren Stadt, wie z.B. München _und_
Nürnberg.
Das Andere ist das, was wir selbst mit einfachen Mitteln tun können:
Stammtische gründen und sehen, was daraus wird. Wenn sich eine
Schwesternschaft gefunden hat, die zusammenpasst, die gemeinsam was
bewegen wollen - für sich! - dann wird sich auch was bewegen. Dann
findet sich auch sicher ein Raum/Örtlichkeit welcher Art auch immer, in
der sie sich einmieten und die sie nach ihren Wünschen gestalten können.
Ich glaube, das wäre stimmiger, wenn es von innen heraus wächst, als
wenn "irgendwelche Leute" irgendwo einen Tempel (welcher Art auch immer)
bauen und sagen: "So, das is nu euer/unser aller Tempel, fühlt euch wohl
drin." Ich schätze, so wirds nicht funktionieren, wenn die
entsprechenden Leute nicht von Anfang an dabei sind.
Zauberweib
~)O(~
Ich fände eine Begnungsstätte auch sehr schön, ob es ein Tempel sein
muss - ich weiß nicht. Aber in dieser Begegnungsstätte könnte man ja
auch Rituale abhalten, wobei wir ja wieder bei einer Art Tempel wären.
Seminare, Workshops etc. in einem geschützten Raum, sich mit
Gleichgesinnten treffen, da würde ich auch gern hingehen und auch mal
die Frauen kennenlernen, schauen, was sich da entwickelt.
Die Stammtische, die ich kenne, sind meist Wicca-/Hexenstammtische und
waren nicht unbedingt mein Fall ;-)
Selket
~)O(~
Ich könnte mir sowas schon nett vorstellen. Zwar brauche ich keinen
Tempel, die Natur ist viel schöner, aber einen
Versammlungs-Meditations-Seminarraum, das wäre klasse. Und dann so
verteilt, dass frau immer einen solchen Raum in ihrer Nähe findet. Ich
meine auch, dass es nicht nötig ist, sich auf die Städte zu beschränken,
es ist durchaus zumutbar mal rauszufahren. Vielleicht könnte man darauf
achten, dass der Ort mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist.
Zum Beispiel könnte man eine Stelle zwischen zwei Städten wählen, wie
zwischen Bremen und Hannover.
Ein Traum von mir wäre es noch, wenn wir uns Mensräume bauen könnten.
Ich wünschte mir oftmals, mich einfach mal absondern zu können um mich
ganz und gar der Mens zu widmen. Vielleicht auch mal mit anderen Frauen
zusammen, gemeinsam singen und atmen und tanzen und meditieren,
losgelöst vom Alltag. So ein- bis zweimal im Jahr wäre das schon
wunderschön.
Renate
~)O(~
Einen Tempel so generell brauche ich nicht. Da ist mein Tempel eindeutig
die Natur, die mir mit ihren Waeldern, Bergen, Hoehlen, Seen usw. alles
vielseitig bietet.
Aber so einen Seminar-Meditation-Versammlungs-Treffen-Raum fuer
Gleichgesinnte, das faende ich schon schoen. Optimal waere da eine
Verbindung zwischen Innen- und Aussenbereich. Das kann dann auch ein Ort
sein, an dem gemeinsame Rituale abgehalten werden, aber andererseits
auch die Moeglichkeit einfach fuer Treffen und auch Seminare und
Workshops gegeben ist. Und schon als Heiliger Raum geweiht.
Sianna
~)O(~
Einen Tempel so richtig Stein auf Stein bräuchte ich auch nicht. Da
reicht mir die Natur vollkommen, doch einen Ort der Begegnung, der Ruhe
und des Rückzugs mit anderen Frauen, oder wie Renate schon geschrieben
hat, einen Mensraum, um mit anderen Frauen zu bluten. Es muß nicht groß
sein, sollte aber weiter verbreitet sein, so das jede die Möglichkeit
hat, solche Begegnungssätten aufzusuchen. Auch gerne wo gemeinsame Feste
gefeiert werden und dergleichen mehr...
Silke
~)O(~
Die HeidInnenszene ist doch sehr vielfältig, vom schwertschwingenden
Asatru-Verein bis zu Elfen-Regenbogen-Licht-und-Liebe und den
PragmatoheidInnen und Technopagans irgendwo mit dabei. So. Ich würde
schon eine Art heidnisches Begegnungszentrum mit mehr oder weniger
regelmäßigem Aktionsangebot begrüßen. Celebrate the rain, hin oder her,
mal ein festes Dach über dem Kopf ist auch nicht verkehrt, vieleicht
auch mit Bücherei.
Aber da alle Bedürfnisse und Vorstellungen unter einen Hut zu bekommen,
das stelle ich mir abenteuerlich vor. Schon alleine, ob die Deko selbst
gemachte schmiedeeiserne Speere oder rosa Tüll (Klischee, ich weiß) sein
soll...
Auf der anderen Seite, andere Religionen mieten sich auch Räumlichkeiten
und bekommen das organisiert. Fragt sich, ob der Mangel an heidnischen
Tempeln im Sinne von spirituellen Treffpunkten ein Ausdruck von "sich
nicht aufraffen" oder von mangelndelm Bedürfnis ist.
Caroona
~)O(~
Ich brauche keinen Göttinnentempel, sondern finde es auch besser die
Feste draußen zu feiern (die Natur ist Ihr Tempel), aber die Idee von
einem Begegnungszentrum, den einige hier geäußert haben, finde ich gut!
Eine Freundin von mir ist übrigens auf der Suche nach einem Grundstück
(aber ohne Gebäude) um z. B. Jahreskreisfeste zu feiern. (Auf
öffentlichen Gelände ist frau ja oft nicht ganz ungestört)
Silvia

Praktisches
Spirituelle Gartenkunst – die
Belladonna-Spirale
Dieses ganz private Gartenkunstwerk ist als Synthese dreier Vorlieben
entstanden. Die heilige Zahl 3 der Dreifachen Göttin steckt in dieser
Naturskulptur.
Meine drei Lieben sind:
1.mein Garten. Als Vorstadtfrau liebe ich mein kleines, privates Grün.
Mein Refugium der Ruhe und Besinnung, den Ort, an dem ich neue Kraft
schöpfe und wo mir die Göttin in all ihrer jahreszeitlichen Entfaltung
entgegenlacht.
2.meine Liebe zu den Nachtschattengewächsen und hier in erster Linie zur
Belladonna, der Tollkirsche. Ich liebe ihren majestätischen Anblick im
Wald bei meinen Spaziergängen und ich benutze ihre trockenen Stängel des
vergangenen Jahres als Basis für einige Basteleien. Die 3 spielt auch in
diesen trockenen Stängeln eine wichtige Rolle, da zumeist eine 3-fache
Gabelung die Krone der Belladonna bildet.
3.meine Verehrung des britischen Fotokünstlers Andy Goldworthy, der mit
seinen wundervollen Naturskulpturen wie kein anderer versteht, die
Göttlichkeit der Natur, unserer Mutter Erde, einzufangen.
Drei Lebenszeiten spiegeln sich in dieser Spirale: die gegenwärtigen
Löwenzahnblüten, die toten Belladonnastängel und das Ewige der Steine.
Doch damit nicht genug, die 3 spielte auch in der Vollendung der
Belladonna-Spirale eine dominante Rolle: sie ist ein Gemeinschaftswerk
von Vater, Mutter und Kind. Mein Mann, meine Tochter und ich haben
gemeinsam daran gearbeitet.
artemisathene
  
Aktuelles
Hindu-Göttinnentempel in Hamm
3sat und „Die Zeit“ veröffentlichten kürzlich Berichte über den großen
tamilischen Hindu-Tempel in Hamm, Westfalen. Anlass war das Tempelfest
im Juni – ein religiöses Großereignis mit Prozession und rituellen
Waschungen.
Der Tempel, der in einem Industriegebiet errichtet wurde, ist der Göttin
Kamadchi Ampal geweiht. Er ist der wohl zweitgrößte Hindutempel in
Europa – gleich nach London – und der größte tamilische Hindu-Tempel
Europas. An den Pujas – den Verehrungszetremonien oder „Andachten“, bei
denen die Götter – bzw. in diesem Fall die Göttin – bewirtet wird,
können auch Andersgläubige teilnehmen, auch ist der Tempel inzwischen
wohl ein beliebtes Tourismusziel – zumindest wird auf Tourismusseiten
darauf hingewiesen. Zu dem Tempelfest wurden 15.000 Menschen erwartet –
Hindus aus ganz Europa nehmen an den Zeremonien teil, zu denen auch
schmerzhafte Bußbekundungen gehören. Rund ein Viertel der Anwesenden
sind auch nicht-hinduistische Zuschauer.
Der Priester Sri Paskaran, der den Tempel gründete, begann mit einem
Altar im Keller für die Hindus Hamms. Dann wurde eine ehemalige
Wäscherei zu einem Tempel. Wegen Beschwerden der Nachbarn zog der Tempel
später in ein Industriegebiet, wo jetzt ein Neubau im indischen Stil –
eben ein echter Hindu-Tempel - steht.
"Die Zeit" zitiert den Priester Paskaran mit dem Satz „»Kamadchi Ampal
erlöst uns von Krankheit und finanzieller Not«
Wikipedia erklärt zu Sri Kamadchi: kama-akshi; Sri = respektvolle
Anrede, Ampal = Göttin, Kamadchi = Ableitung aus dem Sanskritnamen,
K?m?k??, Kamakshi), die "die Wünsche von den Augen abliest" oder die
"mit den Augen der Liebe". Kamakshi – wie der Name normalerweise
transskripiert wird – gilt wohl als Muttergöttin und wird gleichgesetzt
mit Parvati, der Gemahlin Shivas.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sri_Kamadchi_Ampal-Tempel_Hamm
nora
  
Aufgelesen
Buchrezension
Im Kreis des Lebens
Noch ein Buch, das versucht, die Frau in 13 Aspekte einzuteilen. Hier
sind es:
"die Unschuldigen": Tochter, Jungfrau, Blutsschwester
"die Nährenden": Geliebte, Mutter, Hebamme
"die Starken": Amazone, Matrone, Priesterin
"die Weisen": Zauberin, Alte Weise, Dunkle Mutter.
Als 13. kommt die Verwandlerin hinzu, der bei dieser Einteilung eine
besondere Rolle zukommt. Sie ist mit allen Aspekten verbunden. Zu ihr
kann frau jederzeit springen und von ihr kann frau zu jedem Aspekt
springen.
Die Vierteilung analog zu den Mondphasen ist klar erkennbar:
Unschuldige - zunehmender Mond
Näherende - Vollmond
Starke - abnehmender Mond
Weise - Neumond
Jede dieser Gruppe ist in drei Aspekte unterteilt, die jeweils
aufeinander aufbauen, aber auch unabhängig voneinander in Erscheinung
treten.
Die Autorinnen vertreten die Meinung, dass das Leben ein Tanz ist, dass
es oftmals wild durcheinanderwirbelt und es daher nur logisch ist, dass
frau sich heute als verletzliche kleine Tochter und morgen als
Priesterin fühlt. Die Verwandlerin ist hierbei der "Joker". Es ist die
Phase des Wandels, eine Art Auszeit, der angemessene Beachtung geschenkt
werden sollte. Gerade dies ist es, was dieses Buch, diese Theorie so
besonders macht. Auf diese Weise wird deutlich(er) gemacht, dass das
Leben eben nicht linear verläuft, sondern jederzeit alles möglich ist.
Zahlreiche Berichte von Frauen belegen dies und machen es leichter
nachvollziehbar als ellenlange Vorträge dies könnten.
Die Aspekte werden jeweils als Achsen vorgestellt, also Tochter und
Amazone, Jungfrau und Matrone usw., da die beiden gegenüberliegenden
Aspekte naturgemäß viel gemeinsam haben - die Unterschiede bestehen
zumeist nur in der Umkehrung.
Das Buch ist gut lesbar geschrieben; gerade das Zurückgreifen auf
Erfahrungsberichte lässt viel Raum zum Selber-forschen, Nachspüren,
Erkunden. Dennoch wäre es teilweise wünschenswert, wenn ein bisschen
mehr erklärt worden wäre. Ebenfalls zur Abwertung führen einige
Tippfehler im ersten Drittel des Buches - "46 Hexagramme" statt
richtigerweise 64 dürften vom Lektorat nicht übersehen werden.
Davon abgesehen, ist es ein Buch, das Weite schafft, das neue
Möglichkeiten eröffnet und Mut machen will, sich mit anderen Frauen
zusammen zu schließen und auszutauschen. Denn schließlich befindet sich
jede Frau immer irgendwo im Kreis des Lebens. Diese Erlebnisse
miteinander zu teilen, einander mitzuteilen, ist für alle
Kreisschwestern ein Gewinn. So endet das Buch denn auch mit einem Aufruf
und konkreten Vorschlägen, wie sich ein Frauenkreis bilden lässt.
Wenn auch mit Abstrichen, kann ich die Theorie der beiden Autorinnen nur
empfehlen. Es ist eine gänzlich andere Herangehensweise als z.B. bei
Angelika Aliti (das Maß aller Dinge), und genau das macht das Buch zu
etwas Besonderem.
die dreizehn Archetypen der Frauen / Elizabeth Davies ; Carol
Leonard. - Arun, 2005
ISBN 3-935581-75-0
Amazon-link
Ulrike Zauberweib Engelhardt

Netze weben
Bericht vom Frauen-Gedenk-Labyrinth
Gelesen und gehört hatte ich schon immer mal vom
Frauen-Gedenk-Labyrinth/Fest der 1.000 Frauen. Es wurde z.B. beim 1.
Matriachats-Weltkongress damals in Luxemburg auf Dagmar von Garnier
gezeigt mit der Bemerkung, „das is doch die, die…“, auch wenn Frauen
berichtete, „ich war doch die und die im Labyrinth“, dann immer mit
einem besonderen Ausdruck im Gesicht oder einem besonderen Ton in der
Stimme, ja und immerhin gibt es in Berlin eine Gruppe von
„Labyrinth-Frauen“, das alles war mir bekannt.
Als ich dann aber bei einem Treffen von dieser Gruppe eine Reportage von
Uschi Madeiski über das Labyrinth in Frankfurt/M sah - diese Bilder
waren es, ganz, ganz viele Frauen auf einem öffentlichen Platz - das war
der Moment, als ich den Wunsch hatte, das selber zu erleben. Dann ging
alles leicht und hat sich wunderbar gefügt – Organisation, Geld,
Hinkommen, Unterkunft, von allen Seiten gab es Tipps und Unterstützung.
So saß ich dann vor einer 5seitigen Liste von den in Labyrinth geehrten
Frauen, deren Patinnen/Stifterinnen in diesem Jahr nicht nach Wiesbaden
kommen konnten und für die noch Zweitfrauen gesucht wurden. Ich hab 2
Nächte recherchiert und gelesen, ja für welche geh ich denn ins
Labyrinth, bis auf ganz wenige Ausnahmen waren mir die Frauen unbekannt.
Ich hab mich für Else Zach entschieden, eine Frau aus Wutenow bei
Neuruppin, die ihre Tochter vor Vergewaltigung geschützt und 1945 selber
vergewaltigt wurde und 7 Jahre darauf als Anfang 50-Jährige gestorben
ist. Ich hab lange und oft mit der Schulfreundin von Else Zachs Tochter
telefoniert und musste akzeptieren, dass meine Fragen über den genauen
Hergang nicht beantwortete werden können. Ich kann immer noch nicht
einfach fragen, wie viele warn`s, was hat sie dabei gefühlt, wie sieht
es die Tochter heute, hat sie`s verarbeiten können, wie hat Else Zach
mit den Vergewaltigungen leben können.
Gewalt gegen Frauen, das Dauerthema im Patriachat.
Meine Patinnen müssen Amazonen gewesen sein. Obwohl ich Mutter zweier
Söhne bin, ich wollt Else Zach ehren und für sie ins Labyrinth
hineingehen. In welcher Kleidung? Worüber hätte sich Else Zach gefreut?
Ich hab ein blaugeblümtes Rosenkleid gewählt. Dazu eine ausgeblichene
Schürze „davorgebunden“. Und ich hab mich mit 9 Tüchern geschmückt, die
ich von meiner Großmutter und von all den Frauen als kleines Mädchen
geschenkt bekommen hatte, die alle!!! Im Krieg vergewaltigt wurden.
Mit ihren Tüchern über- und untereinander gebunden (die typichen
Blumenwoll- bzw. dünnen bunten Nylontücher) hab ich mir Kopf und Hüften
geschmückt. Warm wars und Kopftuch tragen ist ungewohnt, aber das musste
sein. Es war sehr warm, die dicken runterrutschenden Baumwollsocken in
den Schlappen hab ich weggelassen, ich bin für Else Zach barfuß ins
Labyrinth getanzt.
Es war ein Traumwochenende in Wiesbaden. Und es ist auch irgendwie in
Ordnung, dass so ein Zusammenkommen nicht alle Jahre wieder oder noch
häufiger möglich ist. Über 400 kostümierte Frauen, aber nicht nach
Faschingsart, so viele. Mir sind die Sinne übergegangen.
Am Labyrintheingang standen 2 Frauen, die gerade aus dem Hopi-Land
kamen, die segneten jede, das hatte so was Echtes, Tiefes. Und wir sind
alle im gleichen Fluß gegangen – 7 Schritte – danach Wie-ge-schirtt -
(eine liegende Acht mit Hüftwackeln und 4 Wiegeschritten nachgemalt),
Schweizerinnen haben dazu musiziert. Es war erhebend. Die Frauen waren
alle doppelt da – als Vertreterin und sie selbst natürlich, so viele
engagierte Frauen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die
engagierte Frauen ehrten. Das war Frauenpower.
Kein statisches Kunstwerk, sondern ein lebendiges, eins im Fluß,
verbunden, das weitergeht…
Vor mir ist Dr. Vermot aus der Schweiz ins Labyrinth gegangen,
Nationalrätin im Europa-Rat, u.a. Organisatorin von 1.000 Frauen für den
Frieden (der Friedensnobelpreis 2005 sollte an eine Frau gehen), sie hat
uns Geschichten von ihren Reisen erzählt, die waren so herzergreifend…,
zwei hinter mir die bekannte Filzerin aus Havelaue Gabriele
Küther-Stauder, die letztes Jahr auch in der Galerie gegenüber vom
Pergamonmuseum ausgestellt hat, hinter ihr Uschi Madeiski, die
Filmemacherin von matriachalen Filmen, dahinter Annemarie Schmidt-Cords,
eine Frau, die lange in Brasilien war und für Pandora gegangen ist (dazu
gäbe es viel zu sagen) und so könnt ich jetzt unzählig weitermachen.
Alle Generationen. Es war zwar vereinbart, dass, um die älteren zu
schonen, der doppelte Wiegeschritt weggelassen werden sollte, aber die
Frauen waren so drin, wir waren alle so in der Macht der Schritte, so
sind wir alle in der gleichen Weise hinein- und hinausgetanzt.
Kurpark, Maienwiese und soviel Energie!
Ich glaub, am schönsten war für mich der der Ball, aber auch den Film
Iron Jawed Angels über die Erkämpfung des Wahlrechts für Frauen in
Amerika werd ich nicht vergessen. Der war richtig heftig und an der
Grenze des Ertragbaren.
Im Internet-Tagebuch von Luisa Francia hab ich irgendwo mal gelesen, -
Kunst interessiert mich nur da, wo sie lebendig ist – ja, so etwa könnte
sie aussehen, lebendige Kunst, es waren nicht die 1.000 ausgelegten
Steine, sondern die festlich gekleideten Patinnen mit ihren Geschichten
und die „Gaben“ für die Ahninnen, die auf die Steine gelegt wurden.
Dadurch, das jede „eine Rolle“ hatte, kamst Du mit jeder sofort ins
Gespräch, aber es war ja keine Tagung, es war eine Ehrung und ein Fest
der Frauen. Mit Essen und Lachen und Filmen und Kunst im prunkvollen
Kuppelsaal des Kurhauses und Ausstellungen und riesigen Kreistänzen,
Maria Marcks war leibhaftig da (das ist die berühmte und betagte
Karikaturistin, Du kennst mit Sicherheit ihre Bilder und vor allem, wie
sie zu den Zeichnungen geredet hat…) usw., die Überfülle und jede hat
sich halt davon was herausgepickt.
Na und, dass ich mit einem geschwollen Knie und 4 Blasen an der Fußsohle
vom wilden Tanzen nach Berlin zurückkam Seitdem üb ich, das „man“
endlich aus meinem Sprachgebrauch zu bannen. Auch auf Arbeit. „Welche
hat“, „kann eine“, klar doch, es geht.
Denn montags bin ich schließlich noch für Luise Pusch ins Labyrinth
gegangen. Ihre Patin, Dr. Luise Reddemann, war da und hat den
Gedenkstein ins Labyrinth getragen. Sie ist eine vielgefragte
Klinikleiterin und Traumatherapeutin. Sie hat z.B. erzählt, wie Frau
Pusch mit Humor gegen die männliche Sprache vorgegangen ist, wir haben
uns gebogen vor Lachen. (so in der Art: Gebrauchsanweisung von
o.b.-Tampons – bei JEDEM ist die Menstruation etwas anders, oder „wer
hat SEINEN Lippenstift vergessen"…) Wenn Frau Reddemann in Fachkreisen
vor hauptsächlich weiblichen Publikum redet, dann stellt sie voran, das
die Männer natürlich immer mitgemeint seien, wenn sie in der weiblichen
Form spreche, von Patientinnen, Therapeutinnen usw. und wie die drei
Hanseln dann reagieren. Ich üb jetzt schon anderthalb Monate, es geht
wirklich.
Überhaupt hat das Labyrinth Aggressionen bei Männern ausgelöst. Die
Frauen, die dort geschlafen haben, sind jede Nacht tätlich angegriffen
worden etc., ich hatte auch eine „Diskussion“ mit einem Typen, Li
Schalima hatte ohne BH nur ein dünnes Spitzenoberteil und darüber ihren
Filzumhang und einen Rock an, mit einer riesigen und sehr schöne
gefilzten Vulva. Mit abwertendem Blick auf ihren Busen kam dann „und
dann noch das Ding da!!“, so ging die Pöpelei. Ja, eine Patin von einer
Schriftstellerin aus dem 14.!!Jh. meinte, das das, was die Frau im
14.Jh. schrieb, heute noch aktuell ist.
Ich danke für die Kraft, die ich aus diesem Erlebnis bekommen hab.
Sybille
  
Kontaktanzeigen
Wir suchen Menschen im Saarland und Umgebung, die wie wir den Weg der
Göttinspiritualität beschreiten. Wir möchten unseren kleinen Kreis von
drei bzw. drei Personen vergrößern, uns austauschen, miteinander lachen,
die Jahreszeitenfeste miteinander feiern usw. Wer uns kontaktieren
möchte, kann uns über u.g. E-Mail-Adresse erreichen:
triskel@gmx.net.
~)O(~
"Stadthexen" in und um München gesucht! Wer hat Lust auf Gründung eines
Frauenkreises ?
Zusammenführen könnten uns Themen, wie z.B.: Magie, der Weg der Göttin,
Tierliebe und -heilung, sprituelle Reisen, Frauen-Lebens-Lust u.n.v.m.
Bittet meldet Euch unter:
magie@animali-cooking.de
~)O(~
Kartenjahresausbildung im mystischen Kartenlegen der Mll Lenormandkarten
Start: August 2006, Anmeldungen und Infos ab sofort bei SONIA / Email:
info-reiki-kartenlegen@gmx.de

Der Schlangengesang – Göttinnenkalender
Es existieren schon tausende Kalender für Festtage der Göttin in ihren
vielen Aspekten. In unserem Kalender bemühen wir uns nur Daten
aufzunehmen, die historisch belegt sind. Das ist nicht so einfach. Es
gibt wie gesagt viele Websites und Bücher die Termine verbreiten, aber
deren Quellen sind oft zweifelhaft oder überhaupt nicht genannt. Das
Auffinden und Auswerten historischer Quellen allerdings ist fast eine
Lebensaufgabe.
Deshalb haben wir in unseren Kalender neben den Daten und Bezeichnungen
eines Festes auch die Quelle der Daten eingetragen. Sollte jemand einen
Fehler entdecken oder noch ein Fest mit einer gesicherten Quelle
hinzufügen wollen, so ist sie/er herzlich dazu eingeladen.
artemisathene
  
Feiertage im Juli
Nach dem griechischen Mondkalender wäre dieser Juli zwischen den
Mondmonaten Hekatombaion und Metageitnion aufgeteilt. Hekatombaion
erhielt seinen Namen von einem großen, öffentlichen Opfer, bei dem wohl
ursprünglich 100 Rinder (eine Hekatombe) geopfert worden waren.
Metageitnion wurde nach einem Fest zu Ehren des Apollon „als Freund
guter Nachbarschaft“ benannt.
In Rom wurde dieser Monat nach Julius Caesar benannt, ursprünglich aber
hieß er Quinctilius, der 5.Monat ab März.
Im germanischen Kulturkreis hieß der Juli Heuert, nach der Heuernte in
diesem Monat. Die in diesem Monat gefeierten Feste waren laut
Gardenstones „germanischer Götterglaube“: das Fischfest zur Erneuerung
der Verbindung zwischen den göttlichen Wesen des Wassers und den
Menschen, das Hausfest, bei dem es um die Wiederherstellung der Häuser
vor dem kommenden Herbst und Winter ging und das Heufest am letzten
Juli-Wochenende.
~)O(~
14. – 19. Juli: ägyptisches Fest der Nilschwämme (Epagomenen= 5
eingeschaltete Tage um das Mondjahr an das Sonnenjahr anzupassen). Sie
wurden repräsentiert durch die Geburtstage der Götter: Osiris, Horus,
Seth, Isis und Nephtys, den fünf Kindern der Göttin Nut.
Quelle:
http://www.harfners.de/fest1.htm
15. Juli: Fische, abnehmender Mond: Fest der Voodoo-Göttin Erzuli in
Port Au Prince, Hawai. Sie ist eine Göttin der Liebe, der Leidenschaft
und des Wohlstandes.
Quelle:
http://people.tribe.net/michaelmanion/blog/7316ba66-7f0f-4b86-8c94-f226c46cf4a1
16./17. Juli = 21. Hekatombaion: Widder, abnehmender Mond
Artemisia: Fest für die griechische Göttin Artemis.
Quelle: (5), (6)
17. Juli: Widder, abnehmender Mond
Geburtstag der ägyptischen Göttin Isis, Mutter-Göttin und All-Mutter
Quellen: Göttinnen großer Kulturen, Vera Zingsem
18. Juli: Stier, abnehmender Mond
Geburtstag der ägyptischen Göttin Nephthys, Toten-, Grab- und
Geburts-Göttin, Tochter der Nut und Schwester der Isis (siehe
schlangengesang 4/04)
Quellen; s.17.Juli
19. Juli: Stier, abnehmender Mond
ägyptischer Neujahrstag: Hochzeitstag der Isis und des Osiris
Quellen: s.17.Juli
21. Juli: Zwillinge, abnehmender Mond
Einweihungsfest des Tempels der Concordia: römische Göttin der
Eintracht.
Quellen: (7)
22./23. Juli = 27. Hekatombaion: Zwillinge/Krebs, abnehmender Mond
Ponnykhis: Nachtwache mit Fackelrennen, Tanz der Jungfrauen und Spiele
für die Jugend als Auftakt für die am nächsten Tag stattfindenden
Panathenaia. Opferhandlungen für den Gott Eros und die Göttin Athene.
Quelle:
http://www.geocities.com/athens/parthenon/6670/doc/fest.html
23./24. Juli = 28. Hekatombaion: Krebs, abnehmender Mond
Kleine Panathenaia: Jährliches Fest zu Ehren der griechischen Göttin
Athene. (siehe Text schlangengesang 4/04) Geehrt wurden Athene sowie
Hygieia, Göttin der Gesundheit und Medizin, Nike, Göttin des Sieges und
Pandrosos, der Legende nach die erste Priesterin der Göttin Athene
Quellen:
http://www.geocities.com/athens/parthenon/6670/doc/fest.html
25. Juli: Löwe, Schwarzmond
Furrinalia: Fest zu Ehren der römischen Erd-Mutter-Göttin Furrina. (mehr
dazu siehe schlangengesang 4/04)
Quellen: (2), (7)
27. Juli: Löwe, zunehmender Mond
Geburtstag der ägyptischen Königin-Göttin Hatschepsut
Quellen: (7)
31. Juli/1.August (letztes Juli-Wochenende): Waage, zunehmender Mond
Heufest: germanisches Erntefest zur Heuernte.
Quelle: Gardenstone: germanischer Götterglaube
Festdaten ohne gesicherte Quelle:
Bei meinen Recherchen für die Feste in diesem Monat stieß ich wieder auf
eine Liste an Daten, die sich von mir nicht durch sichere Quellen
belegen ließen. Wenn jemand eine solche Quelle kennt und zitieren kann,
wäre ich sehr dankbar: 6.7. Nymphe/Göttin Io (Griechenland), 10.7.
Göttin Hel (germanisch), 17.7. Amaterasu (Japan), 23.7. Brigid (Irland)
Quellenangaben: (1) Ovid Fasti, (2) der römische Festkalender, Reclam,
(3) www.novaroma.org, (4)
www.imperiumromanum.com,
(5)
http://www.geocities.com/athens/parthenon/6670/doc/fest.html,
(6)
http://www.geocities.com/medusa_iseum/library/griechkreis.html
(7)
http://www.personal.psu.edu/users/w/x/wxk116/RomanCalendar
artemisathene
  
Feiertage im August
Im antiken Griechenland hießen die beiden Mondmonate, in die der
diesjährige August fällt, Metageitnion und Boedromion: Metageitnion
wurde nach einem Fest zu Ehren des Apollon als Freund guter
Nachbarschaft benannt, Boedromion nach Apollons Eigenschaft als Helfer
in der Not. Einer Quelle zufolge hieß der Monat auch Demetrion nach der
Göttin Demeter, deren Fest „Eleusinische Mysterien“ in diesem Monat
gefeiert wurde.
In Rom hieß dieser Monat ursprünglich Sextilis, der sechste Monat nach
dem Jahresbeginn im März. Später wurde er zu Ehren des ersten Kaisers
Augustus umbenannt. Diesen Namen trägt er auch heute bei uns. Der August
war auch der Göttin Ceres geweiht.
Im germanischen Sprachgebiet hieß dieser Monat Ernting, Aranmanoth,
Erntemond Sichelmond, Schnittermond oder auch Ährenmonat. Alle diese
Namen deuten darauf hin, dass die Zeit der Getreideernte in diesem Monat
lag. Heute erinnern noch Feste wie das Brotfest und die „Sichelhenke“ in
bäuerlichen Regionen an den Brauch, den Beginn der Getreideernte zu
feiern.
~)O(~
1. August: Waage, zunehmender Mond:
Tempeleinweihung der römischen Göttin Spes (Personifikation der
Hoffnung)
Quelle: (7),
http://www.maat.it/livello2/2004-calendarium-romanum-novum.pdf
5. August: Schütze, zunehmender Mond:
Fest der römischen Göttin Salus: der Göttin der Gesundheit und des
Wohlstandes. Ihr Tempel befand sich auf dem Quirinalshügel.
Quelle: (7),
http://www.maat.it/livello2/2004-calendarium-romanum-novum.pdf
10./11. August = 16. Tag des Mondmonats Metageitnion. Fische,
abnehmender Mond
Opfer zu Ehren der Göttin Artemis Kourotrophos, der Beschützerin und
Versorgerin der Kinder und Jugendlichen und zu Ehren der Hekate, der
Göttin der Wegkreuzungen, der Unterwelt und der Magie.
Quelle:
http://www.winterscapes.com/kharis/calendar.htm
http://www.antonineimperium.org/metageitnion.htm
12. August: Widder, abnehmender Mond:
Einweihungsfest in Rom für die Tempel der Venus Victrix (Venus als
Siegerin), der Virtus (Personifikation der Tugend) und der Felicitas
(Personifikation des Glückes).
Quelle: (7),
http://www.maat.it/livello2/2004-calendarium-romanum-novum.pdf
12./13. August (zweites Augustwochenende): Widder, abnehmender Mond:
Brotfest: germanisches Fest zu Beginn der Getreideernte. (schlangengesang
5/04)
Quelle: Gardenstone: germanischer Götterglaube
13. August: Widder, abnehmender Mond:
Fest der Göttin Diana auf dem Aventin in Rom. Als Mondgöttin trägt sie
alle Aspekte der jungfräulichen Göttin. Sie ist eine junge, schöne und
ungebundene Jägerin.
Quelle: (3), (4), (7)
Vertumnalia: römisches Fest zu Ehren des Gottes der Jahreszeiten:
Vertumnus und der Pomona, Göttin der Gärten
Quelle: (7),
http://home.tiscali.be/mauk.haemers/collegium_religionis/calendar.htm
Einweihungsfest des Tempels der Blumengöttin Flora.
Quelle: (7),
http://www.maat.it/livello2/2004-calendarium-romanum-novum.pdf
14./15. August = 20. Metageitnion: Widder/Stier, abnehmender Mond:
Opfer für die Göttin Hera Thelchinia / Thelkhinia, sie erhielt ihren
Beinahmen nach einem Tempel auf Rhodos, der vom Volksstamm der
Thelchinen für die Göttin errichtet worden sein soll.
Quelle:
http://www.winterscapes.com/kharis/calendar.htm
http://www.antonineimperium.org/metageitnion.htm
15.August: Stier, abnehmender Mond:
Fest der sieben Schmerzen Marias oder Mariä Himmelfahrt, Ende des
Frauendreißigers = Erntezeit für Heilkräuter
Quelle:
http://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Maria_Assunta.html
19. August: Krebs, abnehmender Mond:
Vinalia Rustica: römisches Fest zum Beginn der Weinernte. Gleichzeitig
Tag der Einweihung des Tempels der Venus obsequens (die Erhörende) im
Jahr 295 v.u.Z. Dieser Tempel wurde aus den Strafgeldern verheirateter
römischer Patrizierinnen gestiftet und erhalten, die Ehebruch begangen
hatten.
Quelle: (4), (7)
23. August: Löwe, Schwarzmond:
Volcanalia: römisches Fest zu Ehren des Schmiede- und Feuer-Gottes
Vulcanus und seiner Begleiterinnen: die Göttin Juturna und die Stata
Mater.
Quelle: (4),
http://www.sungaya.de/schwarz/romer/juturna.htm
24. August: Jungfrau, zunehmender Mond:
Fest des „Mundus Cereris“: wörtlich „die Welt der Ceres“, ein Erdspalt
auf dem Forum Romanum, der als Kultplatz der Göttinnen Ceres und
Proserpina an diesem Tag geöffnet wurde. Den Rest des Jahres blieb der
Erdspalt verschlossen. (schlangengesang 5/04)
Quelle: (4)
25. August: Jungfrau, zunehmender Mond:
Opiconsivia: Stiftungsfest des Tempels der Göttin Ops (lat. opes =
Reichtümer), die den Beinamen consiva = „sie soll die Erde sein“ trug.
Als Göttin des Reichtums, materiell wie immateriell, war sie seit Gaius
J. Caesar auch für den Reichtum des Staates zuständig. In ihrem Tempel
auf dem Capitol lagerte der Staatsschatz. Zweiter Festtag: 19. Dezember,
Opalia; (Schlangengesang 2/03).
Quelle: (2), (4)
25./26. August = 2.Boedromion: Jungfrau/Waage, zunehmender Mond:
Niketeria: Fest zu Ehren der griechischen Siegesgöttin Nike. Die
geflügelte Personifikation des Sieges trägt meist einen Lorbeerkranz in
der Hand.
Quelle:
http://www.winterscapes.com/kharis/calendar.htm
26. August: Waage, zunehmender Mond:
Fest der finnischen Göttin Ilmatar. Sie wurde als Luft- und Meeresgöttin
verehrt. Ihre Legende ist eine Art Schöpfungsmythos
Quelle: http://www.godchecker.com/pantheon/finnish-mythology.php?deity=ILMATAR
Volturnalia: Fest des römischen Flussgottes Volturnus, Personifikation
des Tiber und seiner Tochter Juturna, einer Quellgöttin.
Quelle: (7)
28./29. August = 5. Boedromion: Waage/Skorpion, zunehmender Mond:
Genesia: griechisches Totenfest und Fest der Göttin Gäa/Gaia und des
Totengottes Thanatos. (näheres siehe Schlangengesang 5/04)
Quelle:
http://www.geocities.com/medusa_iseum/library/griechkreis.html
29./30. August = 6. Boedromion: Skorpion, zunehmender Mond:
Kharisteria Ursprünglich Geburtstags-Fest der griechischen Göttin
Artemis Agrotera, der „Jägerin“ Artemis. Nach dem Sieg bei Marathon
wurde an diesem Tag ein Dankesfest als Erinnerung an den wichtigen Sieg
der Athener gefeiert.
Quelle:
http://www.winterscapes.com/kharis/calendar.htm
http://www.geocities.com/medusa_iseum/library/griechkreis.html
Festdaten ohne gesicherte Quelle:
Bei meinen Recherchen für die Feste in diesem Monat stieß ich wieder auf
eine Liste an Daten, die sich von mir nicht durch sichere Quellen
belegen ließen. Wenn jemand eine solche Quelle kennt und zitieren kann,
wäre ich sehr dankbar: 1.8. Habondias (kelt.Göttin?), 2.8. Tag der
Dryaden (Mazedonien), 12.8. Lichtfest der Göttin Isis, 22. 8. Aedesia
(Philosophin), 23.8. Nemesis (Griechenland)
Quellenangaben: (1) Ovid Fasti, (2) der römische Festkalender, Reclam,
(3) http://www.novaroma.org, (4)
http://www.imperiumromanum.com,
(5)
http://www.geocities.com/athens/parthenon/6670/doc/fest.html
(6)
http://www.geocities.com/medusa_iseum/library/griechkreis.html
(7)
http://www.personal.psu.edu/users/w/x/wxk116/RomanCalendar
artemisathene
  
Feiertage im September
Im antiken Griechenland fallen in unseren September die Mondmonate
Boedromion und Pyanepsion. Boedromion wurde benannt nach dem Gott
Apollon als Helfer in der Not. Einer Quelle zufolge hieß der Monat auch
Demetrion nach der Göttin Demeter, deren Fest der Eleusinischen
Mysterien in diesem Monat gefeiert wurde. Der Name Pyanepsion kommt vom
gleichnamigen Fest zu Ehren der Göttin Artemis und ihres Bruders Apollon
sowie der Horen (Personifikationen der Jahreszeiten).
Im römischen Reich hieß dieser Monat September, der siebte Monat nach
dem alten Jahresbeginn im März. Er soll dem Gott Vulcan geweiht gewesen
sein.
Im germanischen Sprachgebiet hieß der Monat Scheiding, von shei =
trennen, scheiden. Er zeigt das „Scheiden“ des Sommers an und ist der
Monat der Obsternte.
Um den 30. September fand auch das Ernte-Dankfest statt.
Es gibt aber auch die Monatsbezeichnungen: Holmonat das bezieht sich auf
das Holzholen für den Winter, Herbitsmânoth (der erste Herbstmonat),
Halegmanoth (althochdeutsch). Herbstmond und Überherbst sind Namen
neueren Datums, denn sie weisen auf die Jahreszeit Herbst.
Herbsting zeigt auf das Thing das in diesem Monat Brauch war.
Früchtemonat, Obstmond oder Vollmonat beziehen sich auf die reichhaltige
Ernte der Herbstfrüchte.
Wildmond erinnert an den Beginn der Jagdzeit, Saumond an das Treiben der
Schweine in den Wald zur Eichelmast.
Silmand und Seelenmonat – der neunte Jahresmonat war der Opfermonat und
diente dem Gedenken der Verstorbenen.
~)O(~
1.September: Schütze, zunehmender Mond:
Fest der indischen Göttin Lakshmi. Dieses Fest mit Namen „Vara Lakshmi
Vrata“ fand am Freitag vor dem Vollmond im August/September statt.
Gefeiert wurde die Göttin des Glücks, der Schönheit, des Wohlstandes und
der Gesundheit mit einem Gelübde der Frauen. (siehe schlangengesang
4/04)
Quelle:
http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/HinduistischeFest/27.htm
Sri Radhashtami: Fest der mystischen Liebe zwischen dem weiblichen und
dem männlichen Prinzip. Liebesfest des Gottes Krishna und der (Göttin)
Radha, seiner Lebensgefährtin. Es findet am 8. Tag in der hellen
Mondphase von Badhrapada (August/September) statt, dem Geburtstag der
Radha.
Quelle:
http://de.geocities.com/preciousprabhupada/add/bow_down_mister.html
http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/HinduistischeFest
6./7. September: Wassermann, zunehmender Mond, Fische, Vollmond:
Fest der Santeria/Yoruba-Göttin Yemaya, Muttergöttin, All-Mutter, Göttin
der Meere und Seen.
Quelle: :
http://www.church-of-the-lukumi.org/celebrations.htm
7./8. September = 15. Boedromion: Fische, Vollmond/ Fische, abnehmender
Mond:
dieses Jahr: Beginn der großen Eleusinischen Mysterien in Griechenland.
Dieses 9tägige Mysterien-Fest um die Legende von Demeter und Persephone
hatte die Aufgabe, den Teilnehmenden die Angst vor dem Tod zu nehmen und
sie am Mysterium von Tod und Wiedergeburt teilhaben zu lassen. (siehe
Schlangengesang 1/03)
Quelle für das Datum:
http://www.numachi.com/%7Eccount/hmepa/calendars/695.4.Metageitnion.html
10. September: Widder, abnehmender Mond:
Fest der Asclepigenia. Philosophin und Zeitgenossin der Hypatia. (Siehe
schlangengesang 4/05))
Quelle:
http://www.geocities.com/Paris/Metro/3936/womenphilo3.html
http://www.wilsonsalmanac.com/september.html
11./12. September: Stier, abnehmender Mond:
Fest der Santeria/Yoruba-Göttin Oshun: Fluß-Göttin, Liebesgöttin, Göttin
des erotischen Tanzes und Heilerin. Sie erneuert die Welt, wenn sie
zerstört wird.
Quelle:
http://www.church-of-the-lukumi.org/celebrations.htm
13. September: Zwillinge, abnehmender Mond:
Bankett zu Ehren der kapitolinischen Trias in Rom: Juno, Minerva und
Zeus). (mehr im schlangengesang 5/04)
Quelle: (1),
http://home.tiscali.be/mauk.haemers/collegium_religionis/calendar.htm
14. September: Zwillinge, abnehmender Mond:
Lichtfest im alten Ägypten. Vor den Statuen der Götter und der
Verstorbenen wurden Feuer entzündet, die die ganze Nacht hindurch
brannten. Möglicherweise als Wegweiser für die Seelen der Verstorbenen,
damit es ihnen dadurch möglich war, die Lebenden zu besuchen.
Quelle: (7),
http://paganinstitute.org/e-sacred_times.html
17. September: Krebs, abnehmender Mond:
Byzantinisches Fest zu Ehren der Heiligen Sophia, der Göttin der
Weisheit und ihrer drei Töchter: Glaube, Hoffnung und Nächstenliebe.
Quelle:
http://paganinstitute.org/e-sacred_times.html
Festdaten ohne gesicherte Quelle:
Bei meinen Recherchen für die Feste in diesem Monat stieß ich wieder auf
eine Liste an Daten, die sich von mir nicht durch sichere Quellen
belegen ließen. Wenn jemand eine solche Quelle kennt und zitieren kann,
wäre ich sehr dankbar: 22.9. Fest der Seegöttin (Sedna?) bei den
Eskimos, 27.9. Varuni (Indien), 28.9. Baubo (Giechenland)
Quellenangaben: (1) Ovid Fasti, (2) der römische Festkalender, Reclam,
(3) http://www.novaroma.org, (4)
http://www.imperiumromanum.com,
(5)
http://www.geocities.com/athens/parthenon/6670/doc/fest.html,
(6)
http://www.geocities.com/medusa_iseum/library/griechkreis.html
(7)
http://www.personal.psu.edu/users/w/x/wxk116/RomanCalendar
artemisathene

Volcanalia
Dieses römische Fest wurde zu Ehren des Gottes Vulcan und seiner
Begleiterinnen, der Göttinnen Juturna und Stata Mater abgehalten.
Über die Riten des am 23.August stattfindenden Festes für den Gott des
Feuers und der Schmiedekunst ist heute leider nur noch wenig bekannt. Da
das Fest zwischen zwei Festen mit starkem Bezug zur Ernte stand (Consualia
21.8 und Opisconsicia 25.8) ist anzunehmen, dass die Römer mit dem
zelebrierten Fischopfer lebender Tiberfische versuchten den Gott
Vulcanus und die Göttinnen Juturna und Stata Mater gnädig zu stimmen.
Sie sollten mit ihrer Gnade verhindern, dass die gerade erst gefüllten
Getreidespeicher in einem Feuer vernichtet würden. An die Stelle des
Fischopfers trat später ein Kalb oder Eber.
Interessant sind allerdings auch die zwei Begleiterinnen des Vulcanus:
Die Göttin Juturna: (Ihr Name kommt vom lateinischen iuvare = helfen)
war eine Göttin der Quellen und des Süßwassers.
In der Legende heißt es, dass Juturna eine Prinzessin gewesen sei, die
den Tod ihres Bruders im trojanischen Krieg so arg betrauerte, dass sie
sich in einem Brunnen ertränkte. Zeus war so gerührt, dass er sie in
eine Nymphe verwandelte und sie zur Göttin der stillen Gewässer (Teiche,
Seen, Quellen, Brunnen) machte.
Juturna war auf dem Marsfeld ein Tempel geweiht und die Feierlichkeiten
zur Einweihung wurden jedes Jahr am 11.Januar als Juturnalia gefeiert.
Die Göttin wurde besonders von den Angehörigen der Bautrupps von
Aquädukten verehrt.
Auf dem Forum Romanum war die wohl älteste Quelle des Palatin nach ihr
benannt: “lacus iuturnae“. Neben dem Vesta-Tempel gelegen bestand diese
Quelle aus einem Brunnen, einer Ädicula (Tempelnische) und einem Altar.
Die Verehrung zu den Volcanalia geht wahrscheinlich auf die schützende
Wirkung des Wassers zurück, das aus den Brunnen natürlich auch zum
Löschen von Bränden verwendet wurde.
Auch die Stata Mater wahr eine Helferin im Kampf gegen Feuersbrünste,
auch wenn ihre genaue Rolle nicht überliefert zu sein scheint. Sie wird
in anderem Zusammenhang als Schutzgöttin der Straßen genannt. Wie das
aber zusammen passt kann ich leider nicht erklären…
artemisathene

Veranstaltungen
Vortrag: Die wilde Göttin - Macht und Energie indischer Göttinnen
3. September, 11.30 Uhr
Referentin: Dr. Cornelia Mallebrein
Führung: Lebende Gottheiten auf Erden: Kraft und Energie der ‚wilden‘
Göttin
03. September, 14.30 Uhr
Referentin/Treffpunkt: Dr. Cornelia Mallebrein
beides Veranstaltung im Rahmen von:
Lebende Gottheiten auf Erden - Indische Volks- und
Stammestraditionen. Eine Fotoausstellung von Cornelia Mallebrein
2. Juli 2006 bis 16. Januar 2007
Ubierring 45, 50678 Köln
Tel. 0221-33694-0 ; Fax 0221-33694-10
E-Mail rjm@rjm.museenkoeln.de
Öffnungszeiten: Di-Fr. 10-16; Sa+So 11-16 Uhr. Eintritt: 3,-/4,- Euro
http://www.museenkoeln.de/rautenstrauch-joest-museum/default.asp?ver_01.asp~inhalt
~)O(~
29./30.07.06 Workshop Erwecke die Göttin in dir
Im Mittelpunkt dieses Frauenworkshops steht die Liebe und die
Wertschätzung für das eigene Frausein, sowie die weibliche Sexualität
aus spiritueller und wissenschaftlicher Sicht. Ein Weg für ein
freudvolles, lustvolles, ekstatisches und selbstbewusstes Frausein.
Infos: Monika Roth, Tel.: 09187/903187 oder www.moniro.de Termine in
2006: 29./30.7., 23./24.09. und 11./12.11.
http://www.frauenbranchenbuchfranken.de/veranstaltung.html
~)O(~
6.-8. Okt. Hamburg: Abstieg ins Dunkel und Aufstieg zum Licht
Mythos der sumerischen Göttin Inanna. Seminar mit Ischtar Dvorak. Info:
Tel. 04189-810003,
huraksh@t-online.de
http://www.sufiorden.de/veranstaltungen.htm
  
Impressum
Schlangengesang – der Rundbrief für Göttinnenspiritualität wird von
keiner Organisation herausgegeben, sondern von Privatpersonen, die sich
zu diesem Zweck zusammen fanden.
V.i.S.d.P.: Nora Bugdoll, Thulestraße 7, 13189 Berlin
Bilder:
Schlangengesanglogo von Distelfliege
Dieser Rundbrief darf nur als Ganzes und unverändert in der vorliegenden
Form weiter verbreitet werden. Eine Weiterverbreitung als Ganzes ist
erwünscht.
Das Copyright des vorliegenden Materials (Bilder, Texte, Grafiken,
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