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Karmindra, Lilia, Markus, Mooncraft, Silver, Temkes, Zauberweib

Inhaltsverzeichnis
Göttin:
- Brigid
- Die Göttin in der Bibel
Pflanzen:
- Schneeglöckchen
- Schneeglöckchen-Gedichte
Praktisches:
- Frag die Göttin - Drei Göttinnen-Orakel im Vergleich
Aufgelesen:
- Buchrezensionen:
Der Kult der großen Göttin
Die Göttin
- Spendenaktion
Zauberspiegel:
- Stephanies Welt der Phantasie
Netze weben:
- Kontaktanzeigen
Kalender:
- Der Schlangengesang-Göttinnenkalender
- Feiertage
- Der griechische Festkalender
- Die „kleinen“ eleusinischen Mysterien
- Hypatia von Alexandria
- Parentalia (Divi parentes)
- Regifugium – Der Tod der Lucretia
- Matronalien
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Göttin:
Brigid
Noch ist es Januar, wir stecken im tiefsten Winter und die Natur hat
sich zurückgezogen. Aber bald schon, wenn die Tage merklich länger sind,
können wir spüren wie sich die Energien draußen langsam sammeln. Die
ersten kühnen Schneeglöckchen und Krokusse trotzen der Kälte und stecken
ihre Köpfchen aus der Erde. Das ist die Zeit von Imbolc, dem ersten
keltischen Frühlingsfest, und untrennbar damit verwoben auch das Fest
der Brigid.
Brigid ist eine Göttin mit vielen Namen und noch mehr Aspekten. So wird
sie auch Brighid Brigit, Breed oder Brigantia genannt. Ihr Name
bedeutet, je nach Auslegung des Autors, „die Hohe“, „die Erhabene“,
„leuchtender Pfeil“ oder „Strahlende“. Sie ist Feuer- und Wassergöttin,
Muttergöttin (vor allem der Iren) und schließlich wird sie als die Maria
der Gälen bezeichnet und in der heutigen Zeit meist als Hl. Brigitta
oder Hl. Brigit verehrt.
Sie war und ist eine der wichtigsten Göttinnen-Figuren Irlands. Als
Göttin soll sie nach dem „Buch der Eroberungen Irlands“ die Tochter des
Dagda und Besitzerin zweier magischer Ochsen sein. Das macht sie zur
Schutzherrin für Vieh und Ernte, sie soll außerdem die Schutzherrin der
Fili* und Dichter, ihre beiden gleichnamigen Schwestern die
Schutzherrinnen der Ärzte und Heiler sowie der Schmiede und Handwerker
sein. Die drei gleichnamigen Schwestern tauchen im Keltischen fast immer
auf, wenn es um eine Muttergöttin geht. Dafür spricht ebenfalls, dass
sie quasi alle Gesellschaftsgruppen und Themen umfasst und so eine
Göttin für alle darstellt.
Brigid hat einen nicht zu verachtenden Feuer und Sonnenaspekt, der
einerseits durch die Triade Inspiration, Heilung und Transformation
widergespiegelt wird, andererseits durch das Brigidskreuz, ein
Sonnenrad, ähnlich der Swastika.
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Brigid Bild: Amy Sophia Marashinsky/Hrana Janto
GÖTTINNEN-GEFLÜSTER
Set aus Buch (304 S., s/w-illustriert) und
52 farbigen Orakelkarten (95 x 113 mm)
EUR 30,60
ISBN 3-930944-89-8
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Doch Brigid ist nicht nur Feuer, Neuanfang,
Erwachen, sie ist auch das lebensspendende Wasser, viele Flüsse und
Quellen wurden ihr geweiht und ihre Symbole sind demnach auch Kessel und
Kelch. Ich selbst habe sie bisher hauptsächlich in diesem Wasseraspekt
erlebt, verbunden mit einer großen Gefühlstiefe und Intuition, und sie
hat außerdem für mich auch eine Verbindung zur Anderswelt.
Brigid hat bis in die heutige Zeit überlebt, wenn auch in einer
christlichen Form als Hl. Brigit. Sie soll angeblich im 7. Jhr. dem
Doppelkloster von Kildare als Äbtissin vorgestanden haben. Sie hat
nahezu alle Aspekte der Brigid, so dass davon ausgegangen werden kann,
dass die Muttergöttin Brigid vom Christentum nicht verdrängt werden
konnte und deshalb modifiziert werden musste.
Pflanzen, die ihr zugeordnet werden: Beifuß, Eisenkraut, Birke,
Eberesche
Tiere: Schwan
* Druiden-Kaste
Gwenhwyfar
Quelle: Lexikon der keltischen Mythologie, Paul und Sylvia Botheroyd
Feuergöttinnen, Sonnenheilige, Lichtfrauen; Barbara Hutzl-Ronge
Weiterführende Literatur: Brigid von Astrid Bäßler, ein Theaterstück mit
Hintergrund Infos
  
Die Göttin in der Bibel
Die Göttin ist im Bewusstsein der meisten Menschen auf diesem Planeten
vom Patriarchat fast 'ausgelöscht' worden. Die meisten Frauen und Männer
kennen keine Göttin mehr. Währenddessen ist der monotheistische und
patriarchale Gott allgegenwärtig. Es war ein langer und schwieriger
Prozess des Christentums und anderer patriarchaler Religionen gewesen um
die Göttin zu einem unnahbaren, grausamen Gott zu machen, ihre Symbole
zu pervertieren und ihre Rituale zu bekämpfen oder umzudrehen.
Viele Menschen haben sich auch sehr lange gegen die neue Religion mit
dem Verbote-Gott gewehrt. Viele Menschen wussten nämlich, was ihnen die
Göttin alles gegeben hat und was ihnen der patriarchale Gott alles
genommen hat. Und so kam es, dass sogar in der Bibel die Sehnsucht der
Frauen und Männer in Israel zurück zu den besseren Zeiten, wo kein neuer
Gott des Leides, sondern die Göttin angebetet wurde, zum Ausdruck kam.
Vor allem Gerda Weiler hat diese Bibelstellen erforscht und
gefunden. Buchtipp für alle, die sich mit diesem Thema weiter
auseinander setzen, Details erfahren oder einfach nur viele
verschwiegene Details der Geschichte aufdecken wollen:
Buch »Ich brauche die Göttin - Zur Kulturgeschichte eines Symbols«
von Gerda Weiler
Es gibt bekannte und verschwiegene matriarchale Reste in der
christlichen Bibel. Dazu gibt es jetzt auch genug Quellen und Beweise.
Nur leider wird das von Theologie und Wissenschaft absichtlich
ignoriert. Die Theologen haben kein Interesse an der Erforschung der
Wahrheit. Sie suggerieren, dass es das Patriarchat immer gegeben hat und
keine andere Lebensform möglich ist. Dieses Bild wird selbst in die
matriarchale Zeit rückprojiziert.
Was sagt das Judentum und das Christentum, um die selbst erfundenen
Theorien aufrecht zu erhalten?
»Jedes Leid, dass der Mensch erleiden muss, ist durch Jahwe generiert
worden, da die Menschen nicht gehorsam Jahwes Regeln gegenüber waren.
Haben die Menschen irgendwo Vorteile und Glück, dann ist auch das nur,
weil sie die Gebote von Jahwe eingehalten haben.«
Welche Bibelstellen lassen nun - bei Kenntnis - den
matriarchalen Ursprung erkennen?
Psalm 18 und andere (Der Heros in der Gegenwelt; leidend. Der Psalm 18
wurde David zugeschrieben.)
Jeremia 7
Jeremia 44
Das Hohelied der Liebe
Das Hohelied der Liebe ist ein matriarchaler Kultgesang zur heiligen
Hochzeit. Das wurde umgedeutet in »Liebe und Hochzeit zu Jahwe«. Wäre
die Umdeutung nicht gelungen, hätten wir heute das Hohelied nicht in der
Bibel. Genauso wie die Inquisition im Mittelalter nur mehr Märchen
zuließ, die einen christlichen »Lack« hatten.
Das Hohelied der Liebe wurde übrigens gerne von Israeliten bei
Hochzeiten gespielt. Das Spielen dieses Stücks wurde irgendwann
verboten.
Die Himmelskönigin
In Jeremia 44 wird die Himmelskönigin, die Göttin speziell erwähnt.
Der Prophet Jeremia wollte mit den IsraelitInnen nach Ägypten fliehen,
weil König Nebudkadnezar einen Krieg gegen die IsraelitInnen plante.
Alle im Volk waren von der Fluchtidee allerdings nicht begeistert.
Nachdem viele noch nicht dem damals neu eingeführten männlichen
»Vatergott« huldigten, wurde dem Volk vom Propheten Unheil und
Strafmaßnahmen von Gott angekündigt. Die Menschen aber warfen Jeremia
vor, dass es ihnen viel schlechter ginge, seitdem der neue Gott
angebetet wird. Die Frauen und Männer hungerten, weil sie die
Himmelsherrin (Göttin) nicht mehr anbeteten!
Das sind die ältesten Patriarchatsanalysen von Frauen! Schon im
6. Jahrhundert vor unserer Zeit (= v.u.Z.), also vor 2600 Jahren wurde
das Patriarchat als 'schlechte' Lebensform erkannt! Solange die
Himmelskönigin verehrt wurde, ging es den Juden gut. Seitdem Jahwe - der
neue Gott - vorgeschrieben wurde, gab es Krieg, Flucht und Unglück ohne
Ende.
Jeremia 44
- Bis auf diesen Tag sind sie nicht gedemütigt,
und sie haben sich nicht gefürchtet und haben nicht gewandelt in
meinem Gesetz und in meinen Satzungen, die ich euch und euren Vätern
vorgelegt habe.
- Darum, so spricht Jahwe der Heerscharen, der
Gott Israels: Siehe, ich will mein Angesicht wider euch richten zum
Unglück, und zur Ausrottung von ganz Juda.
- Und ich werde den Überrest von Juda wegraffen,
die ihre Angesichter dahin gerichtet haben, in das Land Ägypten zu
ziehen, um sich daselbst aufzuhalten; und sie sollen alle aufgerieben
werden, im Lande Ägypten sollen sie fallen; durch das Schwert, durch
den Hunger sollen sie aufgerieben werden, vom Kleinsten bis zum
Größten; durch das Schwert und durch den Hunger sollen sie sterben.
Und sie sollen zum Fluche, zum Entsetzen und zur Verwünschung und zum
Hohnewerden.
- Und ich will die im Lande Ägypten Wohnenden
heimsuchen, wie ich Jerusalem heimgesucht habe durch das Schwert,
durch den Hunger und durch die Pest.
- Und der Überrest von Juda, der in das Land
Ägypten gekommen ist, um sich daselbst aufzuhalten, wird keinen
Entronnenen noch Übriggebliebenen haben, um in das Land Juda
zurückzukehren, wohin sie sich sehnen zurückzukehren, um dort zu
wohnen; denn sie werden nicht zurückkehren, außer einigen Entronnenen.
- Und alle Männer, welche wußten, daß ihre Weiber
anderen Göttern räucherten, und alle Weiber, die in großer Menge
dastanden, und alles Volk, das im Lande
Ägypten, in Pathros wohnte, antworteten dem Jeremia und sprachen:
- Was das Wort betrifft, welches du im Namen
Jahwes zu uns geredet hast, so werden wir nicht auf dich hören;
- sondern wir wollen gewißlich alles tun, was aus
unserem Munde hervorgegangen ist, der Königin des Himmels zu räuchern
und ihr Trankopfer zu spenden, so wie wir getan haben, wir und unsere
Väter, unsere Könige und unsere Fürsten, in den Städten Judas und auf
den Straßen von Jerusalem. Da hatten wir Brot in Fülle, und es ging
uns wohl, und wir sahen kein Unglück.
- Aber seitdem wir aufgehört haben, der Königin
des Himmels zu räuchern und ihr Trankopfer zu spenden, haben wir an
allem Mangel gehabt und sind durch das
Schwert und durch den Hunger aufgerieben worden.
...
Bibelübersetzung 'Unrevidierte Elberfelder'
In Syrien und Palästina wurde Aphrodite als Ishtar oder
Ascherat verehrt, sie war »die oberste Göttin der semitischen Völker
des Vorderen Orients ..., die als 'Königin des Himmels' verehrt
wurde. Ihr hatten sogar die Juden gehuldigt.«
Erika Simon sieht in der Göttin, von der beim Propheten Jeremia die Rede
ist (Jeremia 44), niemand anderen als die Vorläuferin der Aphrodite. Sie
trug, wie »die oberste Göttin der Phöniker, den Namen die Himmlische.«
Vom Propheten Jeremia weiß man, dass die »Himmelsgöttin den
Weihrauch liebte, und dass sie ihre Verehrer auch wehrhaft beschützte.«
Die Aphrodite war in ihrer phönizischen Heimat eine kosmische Göttin mit
umfassenden Charakterzügen, wehrhaft, waffentragend, wenn sie sich für
das Leben der Völker einsetzte, eine Liebesgöttin, die den Hetären
beistand, Ehen stiftete oder Schwangeren und Gebärenden half; sie war
Partnerin des Wettergottes, den sie unterstützte, wenn er dem
ausgetrockneten Land den ersehnten Regen bringen sollte. [Gerda Weiler]
Homer hat Aphrodite zu einer Tochter des Zeus und der Dione
herabgestuft. Im Lauf der antiken Religionsgeschichte wird Aphrodite
allmählich zu einer unbedeutenden Gottheit degradiert. Die
christlich-abendländische Geistesgeschichte sorgt dafür, dass die
Liebesgöttin zur »Hure Babylons« und schließlich zur Hexe wird.
Auf dem Deckel eines Klappspiegels aus der Zeit um etwa 350 v.u.Z.
reitet Aphrodite auf einem Bock durch die Lüfte. Sie ist die
Himmelskönigin, deren Kult alles Volk vereint. Die Göttin sitzt
rücklings auf ihrem Kulttier, worin ein astrologischer Sinn liegt: Sie,
die kosmische Göttin, wendet den Lauf der Sonne, wenn sie ihren
»Steinbock« am Tage der Wintersonnenwende in das steigende Licht
hinaufführt.
Fast 2000 Jahre später malt Albrecht Dürer das gleiche Motiv, das wir
nun als »Hexe auf dem Teufel reitend« betrachten. Die Haare der Hexe
fliegen in die falsche Richtung, entgegen der Bewegung des Steinbocks.
Kleine Engel tanzen und springen am Boden. Wie Aphrodite, so sitzt auch
die Hexe rücklings auf dem Tier. Alles wendet sich in sein Gegenteil.
Selbst das Monogramm Dürers ist seitenverkehrt in die untere rechte Ecke
des Bildes gesetzt. Dürer hat dieses Bild etwa um das Jahr 1500, als er
18 Jahre alt war, gemalt. Wir erinnern uns, dass 1487 der »Hexenhammer«
erstmals erschienen ist. Seine Kunst bringt - gemäss der Auffassung
seiner Zeit - die Dämonisierung des Weiblichen ins Bild und trägt zur
Verteufelung und Verfolgung von Frauen auf ihre Weise bei. [Gerda
Weiler]
Brot und Kuchen
Brot und Kuchen sind seit altersher zu Ehren der Göttin gebacken und
rituell verzehrt worden: »Wir wollen der Himmelskönigin Kuchen backen.«
(Jeremia 44)
Das Volk Israel will gegen die Mahnung des Propheten Jeremia weiter dem
allgemeinen altorientalischen Kult dienen. Das Christentum hat dieses
Ritual des Brotbackens nicht gestiftet.
Es gab eine theologische Schule, die sich ausschließlich mit der »Bibel-Babel-Forschung«
befasst hat, mit der Fragestellung also, ob biblische Geschichten von
babylonischen Kulttexten abgeleitet werden können. Schon seit Anfang des
20. Jahrhunderts haben Theologen nach den verlorenen Kultlegenden
gesucht (Donner, Gaster, Greßmann, Hempel, Volz u. a.), die durch das
biblische Schrifttum überlagert worden sind. Aber die Art und Weise, wie
die »altorientalische Königsideologie« (Bernhardt 1961, passim)
interpretiert wird, verstellt eher den Blick auf matriarchale
Gesellschaften des vorderen Orients als ihn freizulegen. [Gerda Weiler]
Den Ausgrabungen in Ras-Schamra verdanken wir die Wiederentdeckung der
antiken phönizischen Stadtkultur von Ugarit. Die dort
aufgefundenen Ritualtexte erinnern in vieler Hinsicht an die
Bibel. Diese Vergleiche haben der Bibelforschung neue Impulse gegeben.
Aber sie riefen auch sofort den patriarchalen Widerstand auf den Plan.
Die Zeugnisse von Göttinnen wurden bagatellisiert oder relativiert. Da
die souveränen Eigenschaften der Göttinnen, die sich in den
Ugarit-Texten spiegeln, nicht eindeutig widerlegbar sind, werden die
Übersetzungen und Interpretationen als »sehr umstritten« deklariert.
[Weiler 1989, 30ff.]
Gerda Weiler: »Ich analysiere einen Text wie Genesis 38 auf die ihm
zugrundeliegenden Kultlegenden mit Hilfe der Literaturgeschichte des
Mythos. Ich habe gezeigt, wie der patriarchale Mythos die Kultmagie der
Großen Göttin und schließlich ihr Bild selbst verdrängt. Dieser Prozess
lässt sich umkehren, so dass hinter dem verdrängten Bild das Urbild der
Göttin aufleuchtet.«
Hannibal

Pflanzen
Schneeglöckchen - Galanthus nivalis
Es ist die Zeit zwischen Yul und Frühlingstagundnachtgleiche, die das
Ende des Winters ankündigt, auch wenn wir davon noch nichts merken. Die
Tage werden schon wieder länger, die Sonne gewinnt langsam an Kraft.
Auch wenn es bis zum offiziellen Frühlingsbeginn noch einige Wochen
dauert, im Bauch der Erdemutter regen sich bereits die ersten Samen. Die
Kelten feierten zu dieser Zeit Brigid, die dreifaltige Göttin der
Poesie, der Medizin und der Schmiedekunst. Brigid ist eine Feuergöttin -
des Feuers der Inspiration, des reinigenden Feuers der Heilung und des
Schmiedefeuers. Das Feuer steht auch für das Licht, das sie uns als
Hebamme des Frühlings zurückbringt. Langsam erwachen die ersten
Schneeglöckchen. Andere Frühlingsboten werden bald folgen. Die Kraft des
Winters ist fast gebrochen.
Das Schneeglöckchen ist ein Zwiebelgewächs und bringt jeweils 1 weiße,
nickende Blüte hervor. Sie erscheint schon früh im Jahr, von Februar -
März. Die Blüte hat 3 äußere und 3 innere Blütenblätter. Die inneren
sind um die Hälfte kleiner als die äußeren, außerdem tragen sie an der
Spitze einen grünen Fleck. Die Blütezeit und Blütenform gaben der
Pflanze ihren Namen. Der Gattungsname Galanthus kommt aus dem
griechischen und setzt sich zusammen aus gala für Milch und anthos für
Blüte, bedeutet also soviel wie Milchblüte oder Milchblume. Der Artname
nivalis stammt von dem lateinischen Wort nivis für Schnee.
Die Slowaken gruben die Zwiebeln der Schneeglöckchen aus und gaben sie
den Kühen, damit ihnen die Zauberinnen nicht die Milch wegnehme.

Standort:
Das Schneeglöckchen wächst in feuchten Laub- und Laubmischwäldern und
wird seiner frühen Blütezeit wegen gern in Gärten gezogen. Die Pflanze
liebt diesen feuchten, humusreichen Lehmboden. Sandige, trockene
Erdsubstrate sind ungeeignet!
Im lichten Schatten fühlen sich Schneeglöckchen besonders wohl.
Schneeglöckchen dürfen nicht abgepflückt werden, sie stehen unter
Naturschutz!
Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Das Schneeglöckchen enthält verschiedene giftige Alkaloide, unter
anderem das Galanthamin.
Alle Pflanzenteile, besonders die Zwiebeln, sind giftig. In der Zwiebel
befindet sich vorwiegend das Amaryllidaceen-Alkaloid, in anderen
Pflanzenteilen Tazettin, Galanthamin und Lycorin.
Die Vergiftungserscheinungen sind Erbrechen, Durchfall, verengte
Pupillen, Schweißausbrüche und Benommenheit. Bei starker Vergiftung kann
es auch zu Lähmungserscheinungen kommen.
Heilwirkung und medizinische Anwendung:
Das Schneeglöckchen wird, wenn auch selten, in der Homöopathie bei
bestimmten Herzleiden eingesetzt.
Das Schneeglöckchen von Hans Christian Andersen
Es ist Winterszeit, die Luft kalt, der Wind scharf, aber zu Hause ist es
warm und gut; zu Hause lag die Blume, sie lag in ihrer Zwiebel unter
Erde und Schnee.
Eines Tages fiel Regen. Die Tropfen drangen durch die Schneedecke in die
Erde hinab, rührten die Blumenzwiebel an und meldeten von der Lichtwelt
über ihnen. Bald drang auch der Sonnenstrahl fein und bohrend durch den
Schnee, bis zur Zwiebel hinab und stach sie.
"Herein!" sagte die Blume. "Das kann ich nicht", sagte der Sonnenstrahl,
"ich bin nicht stark genug, um aufzumachen; ich bekomme erst im Sommer
Kraft." "Wann ist es Sommer?" fragte die Blume, und das wiederholte sie,
so oft ein neuer Sonnenstrahl hinabdrang. Aber es war noch weit bis zur
Sommerzeit. Noch lag der Schnee, und das Wasser gefror zu Eis - jede
einzige Nacht.
"Wie lange das doch dauert! Wie lange!" sagte die Blume. "Ich fühle ein
Kribbeln und Krabbeln, ich muß mich recken; ich muß mich strecken. Ich
muß aufschließen, ich muß hinaus, dem Sommer einen 'Guten Morgen'
zunicken; das wird eine glückselige Zeit!"
Und die Blume reckte sich und streckte sich drinnen gegen die dünne
Schale, die das Wasser von außen her weich gemacht, die der Schnee und
die Erde gewärmt und in die der Sonnenstrahl hineingestochen hatte. Sie
schoß unter dem Schnee empor mit einer weißgrünen Knospe auf dem grünen
Stengel, mit schmalen, dicken Blättern, die sie gleichsam beschützen
wollten. Der Schnee war kalt, aber vom Lichte durchstrahlt, dazu so
leicht zu durchbrechen, und hier traf sie auch der Sonnenstrahl mit
stärkerer Macht als zuvor.
"Willkommen! Willkommen!" sang und klang jeder Strahl, und die Blume
erhob sich über den Schnee in die Welt des Lichtes hinaus. Die
Sonnenstrahlen streichelten und küßten sie, bis sie sich ganz öffnete,
weiß wie Schnee und mit grünen Streifen geputzt. Sie beugte ihr Haupt in
Freude und Demut. "Liebliche Blume!" sang der Sonnenstrahl. "Wie frisch
und leuchtend du bist! Du bist die erste, du bist die einzige, du bist
unsere Liebe! Du läutest den Sommer ein, den schönen Sommer über Land
und Stadt! Aller Schnee soll schmelzen, der kalte Wind wird fortgejagt!
Wir werden gebieten. Alles wird grünen! Und dann bekommst du
Gesellschaft, Flieder und Goldregen und zuletzt die Rosen; aber du bist
die erste, so fein und leuchtend!"
Das war eine große Freude. Es war, als sänge und klänge die Luft, als
drängen die Strahlen des Lichts in ihre Blätter und Stengel. Da stand
sie, fein und leicht zerbrechlich und doch so kräftig in ihrer jungen
Schönheit. Sie stand in weißem Gewande mit grünen Bändern und pries den
Sommer. aber es war noch lang bis zur Sommerzeit, Wolken verbargen die
Sonne, scharfe Winde bliesen über sie hin. "Du bist ein bißchen zu
zeitig gekommen", sagten Wind und Wetter. "Wir haben noch die Macht. Die
bekommst du zu fühlen und mußt dich dreinfinden. Du hättest zu Hause
bleiben und nicht ausgehen sollen, um Staat zu machen; dazu ist es noch
nicht die Zeit.
Es war schneidend kalt. Die Tage, die nun kamen, brachten nicht einen
einzigen Sonnenstrahl; es war ein Wetter, um in Stücke zu frieren,
besonders für eine so zarte, kleine Blume. Aber sie trug mehr Stärke in
sich, als sie selber wußte. Freude und Glauben an den Sommer machten sie
stark, er mußte ja kommen; er war ihr von ihrer tiefen Sehnsucht
verkündet und von dem warmen Sonnenlichte bestätigt worden. So stand sie
voller Hoffnung in ihrer weißen Pracht, in dem weißen Schnee und beugte
ihr Haupt, wenn die Schneeflocken herabfielen, während die eisigen Winde
über sie dahinfuhren. "Du brichst entzwei!" sagten sie. "Verwelke,
erfriere! Was willst du hier draußen! Weshalb ließest du dich verlocken!
Die Sonnenstrahlen haben dich genarrt! Nun sollst du es gut haben, du
Sommernarr!"
"Sommernarr!" schallte es durch den kalten Morgen, den "Sommernarr"
heißt im Dänischen das Schneeglöckchen. "Sommernarr" jubelten ein paar
Kinder, die in den Garten hinabkamen. "Da steht einer, so lieblich, so
schön, der erste, der einzige!"
Und die Worte taten der Blume so wohl, es waren Worte wie warme
Sonnenstrahlen. Die Blume fühlte in ihrer Freude nicht einmal, daß sie
gepflückt wurde. Sie lag in einer Kinderhand, wurde von einem Kindermund
geküßt und hinein in die warme Stube gebracht, von milden Augen
angeschaut, in Wasser gestellt, so stärkend, so belebend. Die Blume
glaubte, daß sie mit einem Male mitten in den Sommer hineingekommen
wäre.
Quellen: Barbara G. Walker, Das Geheime Wissen der Frauen,
"Sämtliche Märchen" von Hans Christian Andersen
Caitlin
Schneeglöckchen
Der Schnee, der gestern noch in Flöckchen
Vom Himmel fiel
Hängt nun geronnen heut als Glöckchen
Am zarten Stiel.
Schneeglöckchen läutet, was bedeutet's
Im stillen Hain?
O komm geschwind! Im Haine läutet's
Den Frühling ein.
O kommt, ihr Blätter, Blüt' und Blume,
Die ihr noch träumt,
All zu des Frühlings Heiligtume!
Kommt ungesäumt!
Friedrich Rückert (1788-1866)
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Schneeglöckchen
's war doch wie ein leises Singen
In dem Garten heute Nacht,
Wie wenn laue Lüfte gingen:
"Süße Glöcklein, nun erwacht,
Denn die warme Zeit wir bringen,
Eh's noch jemand hat gedacht."-
's war kein Singen, 's war ein Küssen,
Rührt die stillen Glöcklein sacht,
Daß sie alle tönen müssen
Von der künftgen bunten Pracht.
Ach, sie konntens nicht erwarten,
Aber weiß vom letzten Schnee
War noch immer Feld und Garten
Und sie sanken um vor Weh.
So schon manche Dichter streckten
Sangesmüde sich hinab,
Und der Frühling, den sie weckten,
Rauschte über ihrem Grab.
Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857)
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Schneeglöckchen
Die Sonne sah die Erde an,
Es ging ein milder Wind,
Und plötzlich stand
Schneeglöckchen da,
Das fremde blasse Kind.
Und plötzlich brach mit Pomp
Und Braus der alte Winter auf,
Die Wolken eilten pfeilgeschwind
Zum dunklen Nord hinauf.
Eisscholle lief, Schneeflocke
schmolz,
Die Stürme heulten drein,
Schneeglöckchen stand gesenkten
Haupt in dem Gewühl allein.
Ei komm! Du weißes
Schwesterlein,
Wie lange willst du stehn?
Der Winter ruft, das Reich ist aus,
Wir müssen nach Hause gehn!
Und was nur rings auf Erden
Trägt die weiße Liverei,
Das schürze sich, das tummle
Sich zur Abfahrt schnell herbei!
Schneeglöckchen sah sich bebend
An und dachte halb im Traum:
Was soll um Winters Liverei der
Grüne,
grüne Saum?
Wob ihn wohl um das weiße Kleid
Des Winters rauhe Hand?
Wo komm' ich her?
wo geh' ich hin?
Wo ist mein Vaterland?
Verfasser unbekannt, vertont von Robert Schumann
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Praktisches
Frag‘ die Göttin!
Drei Göttinnen-Orakel im Vergleich
1. Ffiona Morgan: Daughters of the Moon Tarot. Urania Neuhausen 1998,
Karten mit Begleitbuch. Ladenpreis: € 28,50
2. Amy Sophia Marashinsky / Hrana Janto: Göttinnen-Geflüster. Schirner
1999. Karten mit Begleitbuch in Kassette. Ladenpreis: € 30,60
3. Ulla Janascheck / Cambra Maria Skadé: Göttinnenzyklus: Arun Engerda
2003. Karten mit Begleitbuch in Kassette. Ladenpreis: € 34,95
Da in der heutigen Zeit die Anzahl der käuflich zu erwerbenden Orakel
und Tarotsets ins Unzählbare angestiegen sind, liegt es auf der Hand,
dass im Zuge der erwachenden Frauenspiritualität auch Orakel um und mit
Göttinnen Konjunktur haben. Drei davon möchte ich hier kurz vorstellen
und vergleichen.
Das erste Set ist eigentlich ein klassisches Tarotset, das „Daughters of
the Moon Tarot“, das fast schon eine altehrwürdige Institution ist. Es
entstand in den siebziger Jahren im Umfeld der kalifornischen
Frauenbewegung, ebenso wie das ebenso bekannte „Motherpeace Tarot“. Was
dieses Deck von anderen Tarotkarten abhebt, ist die runde Form, die neue
Möglichkeiten bei Legung und Deutung eröffnet, das Ganze flexibler zu
gestalten. Die Farben sind kräftig und den traditionellen Bezeichnungen
wurden weibliche Archetypen zugeordnet, seien es Göttinnen,
mythologische Figuren oder Personengruppen, die mit matriarchen oder
frauenzentrierten Gesellschaften assoziiert werden, z. B. die Amazone.
Die Karten sind stark farbig und künstlerisch durchaus anspruchsvoll
gestaltet.
Durch die Konzentration auf das Weibliche wurden bei dem traditionell
eher von Männern konzipierten Tarot neue Aspekte abgewonnen, die dem
Bedürfnis von vielen Frauen entgegenkommen, eher die weibliche Seite
berücksichtigt zu sehen. Dies führte bei diesem Tarot dazu, dass
traditionell männliche Figuren der großen Arkana und der Hofkarten in
weibliche verwandelt wurden, wodurch eine gewisse Einseitigkeit gegeben
ist, die aus einem klaren Abgrenzungsgedanken der siebziger Jahre
entstand und nur durch diesen verständlich ist. Heute betrachtet man
dies gerne differenzierter: Auch wenn die Welt voll Frauen wäre, würde
sie das nicht zu einer rein weiblichen machen, da jeder Mensch auch
starke Merkmale des anderen Geschlechts in sich trägt. Ganz abgesehen
davon, dass man in unserer Gesellschaft eben mit Männern lebt (zumindest
Männer im Umfeld findet) und diese das eigene Leben auf irgendeine Weise
beeinflussen: wenn nicht als Partner oder Freund, dann als Vater,
Bruder, Kollege, Nachbar etc. Dies wird auch von vielen überzeugten
Feministinnen – egal welcher sexuellen Orientierung – so gesehen, die
daher lieber auf ein anderes, ausgewogener gestaltetes Deck –
zurückgreifen. Dennoch ist das „Daughters of the Moon Tarot“ mehr als
eine historische Kuriosität, es ist ein ausdrucksstarkes Deck, das den
Benutzerinnen viele Möglichkeiten zur Erkenntnis offenbart, nicht nur
durch die runden Karten und – wegen der Gewichtung auf das Weibliche–
eher zur Selbsterkenntnis eignet.
Das „Göttinnen-Geflüster“ ist fast schon ein Klassiker der
zeitgenössischen Orakel. Es besteht aus 52 Karten, von denen jede einer
weiblichen Gottheit zugeordnet ist. Die Göttinnen stammen aus den
unterschiedlichsten Kulturkreisen und ihnen ist jeweils eine Eigenschaft
zugeordnet, die das Thema der Karte darstellt. Dazu gibt es ein
Begleitbuch, das zwei Legemethoden, Beschreibungen der einzelnen Karten,
sowie passende Rituale zu jedem Thema enthält. Die großformatigen Karten
sind anspruchsvoll gestaltet, detailreich und farbstark.
Die Stärke dieses Systems ist, dass man praktisch sofort loslegen kann
mit Legung und Deutung, was beim Tarot bekanntermaßen mangels
Vorkenntnissen nicht der Fall ist. Die Arbeit mit dem Orakel, sowie die
dazugehörigen Rituale, sind unaufwendig, was Einsteigerinnen in die
Materie begrüßen dürften. Das große Manko dieser Karten ist ihre
inhaltliche Eindimensionalität: jeder Göttin ist genau eine Eigenschaft
zugeordnet, und nicht mehr. Dies entspricht jedoch nicht der
„mythologischen Wirklichkeit“ und wird auch den Kulturen, aus denen die
Göttinnen stammen, nicht gerecht. So ist Freya beispielsweise im
Göttinnen-Geflüster der Sexualität zugeordnet. Dass sie in der
Überlieferung ganz klar eine gebrochene Gestalt ist, die zwar ein
inzestuöses Verhältnis zu ihrem Bruder unterhält, aber auch ewig auf der
Suche nach ihrem verschwundenen Ehemann ist, außerdem die Rolle einer
Kriegsgöttin und in dieser Eigenschaft die oberste der Walküren ist, und
dass ihre Domäne nicht nur Sex, sondern auch Liebe ist, erschließt sich
marginal durch die Karte (Freya wird im Schwanengewand dargestellt),
aber nicht durch den begleitenden Text. Hier wurde der Gedanke der
Archetypen auf die Spitze getrieben, was dem Orakel nicht unbedingt gut
tut, auch wenn es die Sache für die Benutzerinnen vereinfachen mag. Wer
nicht nur ein schnelles Mittel zur Selbsterkenntnis sucht, sondern auch
etwas über Göttinnen verschiedener Kulturen erfahren möchte, sollte
andere Werke hinzuziehen, um ein vollständigeres Bild zu erhalten.
Das Orakelsystem „Göttinnenzyklus“ ist das neueste, was der Markt in
dieser Richtung zu bieten hat. Es geht bewußt andere Wege als die beiden
vorher besprochenen Orakel, wobei verbindende Elemente zweifellos
vorhanden sind: mit dem Geflüster hat es die Konzentration auf den
Gedanken der Göttin gemein, mit dem Tarot die runde Form der Karten.
Diesmal sind es 36 Karten, da die Autorin sich am astrologischen System
orientiert, dessen Kenntnis für den Gebrauch der Karten jedoch nicht
notwendig ist. Für die traditionellen astrologischen Bezeichnungen wie
Pluto, Mars etc. wurden Entsprechungen aus dem Kontext der weiblichen
Göttinnenspiritualität gefunden. Die Karten sind in drei Gruppen zu
teilen: Gottheiten, Künste und Wirkungsstätten. Jede Karte hat quasi
drei „Richtungen“, durch symmetrisch verteilte Symbole am Rand
dargestellt. Dabei entsprechen die drei Farben weiß, rot und schwarz den
drei Aspekten der Großen Göttin als Jungfrau, Mutter und weise Alte. Sie
zeigen die jeweilige Entwicklungsstufe an, auf der man sich gerade
befindet (auf das Thema der Karte bezogen). Die runden Karten sind
halbabstrakt und in angenehmen, leuchtenden Farben gestaltet, so dass
viel Raum für die eigene Phantasie und Assoziation bleibt.
Auch hier wird selbstverständlich mit Archetypen gearbeitet, jedoch sind
sie wesentlich differenzierter aufgefaßt als bei dem Deck von Hranto/Marashinsky.
Wer mit diesen Karten arbeitet, erhält durch das hervorragend verfaßte
Begleitbuch eine differenzierte Analyse seiner aktuellen Situation, mit
der frau wirklich etwas anfangen kann. Da das System relativ kompliziert
ist, sollte man mit einer Karte beginnen, da man Zeit braucht, sich
hineinzufinden und in das Buch einzulesen. Dies ist kein Orakel für die
Schnelle, die Karten wollen intuitiv und intellektuell erfaßt werden und
eignen sich auch sehr gut für Meditationen u.ä. Es ist ein System, auf
das man sich einlassen muß.
Interessante Legemethoden runden das Buch ab, wobei die Autorin betont,
dass jede Nutzerin aufgefordert ist, ihre eigenen Methoden zu finden und
mit den Karten regelrecht zu spielen. Der lustvolle Gebrauch steht also
im Vordergrund.
Was allen drei Orakeln, auch dem Tarotset gemeinsam ist: sie eignen sich
vor allem zur Selbsterkenntnis. Dies ist weniger eine Beschränkung, als
man auf den ersten Blick glauben mag. Durch gesellschaftliche
Konditionierung haben viele Frauen immer noch Schuldgefühle, wenn sie
sich mal ganz und ausschließlich auf sich selbst besinnen wollen,
anstatt den als selbstverständlich angesehenen Dienst am Mann zu
verrichten (und der hat viele, auch moderne Formen). Diese Orakel können
eine echte Hilfe sein, um herauszufinden, wer frau ist, wo frau steht
und vor allem: wo frau hinmöchte. Leider sind alle drei Sets nicht ganz
billig.
Silver
  
Aufgelesen
Der Kult der großen Göttin
Von E.O. James
ISBN: 3-905581-18-3
Preis: 26,50 €
Das 1959 im englischen Original erschienene Buch von E.O. James ist ein
Klassiker der Göttinnen-Forschung. Nun ist die deutsche Erstausgabe bei
edition amalia erschienen.
Herausgeber und Mitübersetzer Kurt Derungs hat auch das mit 50 Seiten
lang ausgefallene Vorwort verfasst. Dort wird ein kurzer Abriss der
Göttinnenforschung mit Deutungen der jeweiligen Bereiche gegeben.
„Der Kult der großen Göttin“ ist ein Buch für alle, denen harte Fakten
lieber sind als unbeweisbare Deutungsversuche. E.O. James führt
chronologisch Beweise für die Existenz eines Göttinnenglaubens von der
Steinzeit bis ins Mittelalter auf. Für die frühen Kulturen werden die
Beweise in Form von archäologischen Funden (meist Skulpturen oder
Malereien) geliefert, die späteren Fakten für den Göttinnenglauben
stammen aus schriftlichen antiken Quellen.
Inhaltlich wird der Göttinnenglaube in der Frühzeit (Alt- und
Jungsteinzeit und Bronzezeit), sowie der Göttinnenkult in Mesopotamien,
Ägypten, Palästina, Anatolien, Iran und Indien, Kreta und Griechenland
und in der klassischen Antike beschrieben. Den Abschluss bildet E.O.
James Sicht des Weiterlebens der „Göttin“ in der frühchristlichen Welt,
sowie eine Beschreibung der Beziehung von der Göttin zu dem „jungen
Gott“, ihrem Heros.
Der Vorteil dieses Buches liegt in den kurzgehaltenen, knallharten
Fakten ohne Schnörkel und zweifelhafte Deutungsversuche. Das macht die
Lektüre besonders im ersten Teil des Buches allerdings auch etwas
trocken.
Manko des Buches: E.O. James setzt profunde Kenntnisse der Historie und
Mythologie voraus. Viele Ausdrücke werden selbst im Glossar des Buches
nicht erklärt. Für Einsteiger ist „der Kult der großen Göttin“ also eher
ungeeignet.
Auch sprachliche Schwächen sind offensichtlich. Viele Sätze muss man
mehrmals lesen, manchmal erscheinen sie selbst dann noch sinnlos. Ob das
an der Übersetzung liegt oder an E.O. James Originaltext, wie im Vorwort
angedeutet, vermag ich nicht zu sagen, aber es beeinträchtigt das
Lesevergnügen.
Fazit: Ein wunderbarer Klassiker, vollgestopft mit Fakten. Ein Muß für
ernsthafte Göttinnnen-ForscherInnen, doch durch seine
Wissenschaftlichkeit und die sprachlichen Mängel ein hartes Stück
Arbeit.
artemisathene

Die Göttin -
Das Matriarchat, Mythen und Archetypen, Schöpfung, Fruchtbarkeit und
Überfluss
von Scharuk Husain
ISBN 3-426-66409-7 Euro 16,95
Scharuk Husain hat ein wunderschönes Schmöker-, Bilder- und Lesebuch zur
Göttin geschaffen. Sie beschreibt, wie die Göttin wiederentdeckt wurde
(archäologische Funde) und welche Funktionen sie hatte und hat. Ihre
Berichterstattung geht dabei rund um den Erdball und quer durch alle
Zeiten. Die reiche Bebilderung ergänzt den Text, ein ausführliches
Register macht es zu einem guten Nachschlagewerk. Glossar und
weiterführende Literaturangaben sind ebenfalls vorhanden. Die
übersichtliche Gliederung trägt ein übriges dazu bei, dass man auch
rasch zu einem bestimmten Aspekt der Göttin fündig wird.
Eine Biografie, die sowohl wissenschaftliche Infos liefert, als auch
(typografisch abgesetzt) oftmals unbekannte mythologische Hintergründe
und Sagen. Husain ist der Brückenschlag von wissenschaftlicher zu reiner
Esoterikliteratur gelungen.
Ulrike Zauberweib Engelhardt

Spenden-Aktion
TARGET (Ziel) ist Rüdiger Nehbergs
Menschenrechtsorganisation, die die weibliche Genitalverstümmelung
beenden will. Sie wird vor allem in vielen afrikanischen Ländern
praktiziert. In einigen bereits seit über 5000 Jahren. Unabhängig von
Religion und Volkszugehörigkeit.
Target ist gemeinnützig und arbeitet aktionsbetont am Ort des
Geschehens.
Nehberg: „Bei der Kampagne gegen die Verstümmelung bewegen mich weder
missionarische noch finanzielle Interessen. Mein Beweggrund ist ein
menschenrechtlicher, und ich möchte meinen Beitrag leisten zum besseren
Verständnis der verschiedenen Kulturen.“
Möglichkeiten zu helfen:
Sie können sich über Bücher informieren und meine Aktionen unterstützen
durch die Organisation von Vorträgen. Sie können Flohmärkte und
Sportfeste veranstalten und den Erlös spenden. Machen Sie das Thema
Menschenrechtsverletzungen zum Schulprojekt.
Und jede Frau und jedermann können dem TARGET-Fördererkreis beitreten.
Jahresbeitrag nur 15 €. Wer kann, gibt mehr. Oder verschenken Sie eine
Mitgliedschaft im TARGET-Fördererkreis an Freunde
TARGET e.V. - Rüdiger Nehberg - Großenseer Straße 1 a - D-22929 Rausdorf
Weitere Infos zu dieser Organisation unter http://www.target-human-rights.com/Target/index2.htm
Spendenkonto: 24 24 0 - Sparkasse Stormarn - BLZ 230 516 10

Zauberspiegel
Willkommen in Stephanies Welt der Phantasie

„Phantasie ist das eigentlich Schöpferische im Menschen,
der Überfluss, der die Schönheit des Lebens ausmacht.“
(Alfred Muschg)
Ich zeichne für Sie Tierportraits u.a., nach persönlicher Absprache.
Wenn Interesse besteht, erreichen Sie mich
unter: E-Mail: step.woelfin@t-online.de
„Rettet die Phantasie, wenn Ihr die Zukunft retten wollt.“
(Eduard Spranger)

Stephanie Reinecke
Ich war als Kind sehr verschlossen und introvertiert. Auch in der Schule
hielt ich mich sehr zurück.
Aber ich spürte, schon damals, einen starken Hang zur Natur in mir, denn
in der Welt der Indianer lebte ich auf.
Ich sah mit Begeisterung die DEFA- Indianerfilme mit Gojko Mitic und las
viele Indianerbücher.
Nun, man konnte sagen, ich verschlang sie.
Die Filme und die Bücher regten meine Phantasie so sehr an, dass ich
selbst eine Indianergeschichte erfand. Doch da mir das Schreiben nicht
lag, machte ich mir manchmal einfach eine Skizze, wenn ich etwas davon
festhalten wollte.
Das Talent zum Zeichnen hatte ich von meinem Vater. Ich musste stets und
ständig einen Stift und Papier bei mir haben, ob in der Schule oder zu
Hause. Mit Hilfe meiner Geschichte brachte ich mir selbst das Zeichnen
bei. Später zeichnete ich auch noch andere Sachen, wie z.B. Portraits
von Rockmusikern.
Seit vielen Jahren arbeite ich nun schon als Krankenschwester, um meine
künstlerischen Arbeiten zu finanzieren. Durch meine Liebe zur Musik, bin
ich viel in der Welt herumgekommen. Diese Eindrücke nahm ich dann immer
in mir auf und fertigte viele Bilder von meinen Lieblingsmusikern an.
In all diesen Jahren begleitete mich meine kleine Welt, wie ich meine
Geschichte auch nannte. Ich stieß damit nicht immer auf Verständnis,
doch das kümmerte mich mit der Zeit immer weniger, denn sie tat mir gut.
Dann, 1999, spürte ich wieder den Ruf der Natur in mir. Die Wölfe, die
mich schon in meiner Geschichte begleitet hatten, kamen wieder zu mir.
Ich ließ mich von dem Bildband „Wölfe“ von Daniel Wood inspirieren.
Einige seiner Fotos ließen mich nicht mehr los. Ich musste sie unbedingt
zeichnen.
Seit 1999 habe ich mich auch intensiv mit der keltischen und nordischen
Mythologie befasst und dabei Bilder gezeichnet, die einfach aus meiner
eigenen Phantasie entstanden sind. Wenn ich mir diese Bilder und meine
Geschichte ansehe, stelle ich immer wieder mit Erstaunen fest, wie tief
ich mit der Mutter Natur verbunden bin und wie viel Kraft ich dadurch
erhalte.
Diese Gewissheit erfüllt mich mit großer Freude.
Wissen Sie, gerade dann, wenn uns manchmal unser eigener Weg noch nicht
so klar ist, ist es doch gut, wenn man eine Zufluchtsstätte gefunden
hat, oder?
"Im Silberlicht der Göttin“
Nun steh ich hier
in der Göttin silber Licht
und tanz mit meiner Seele fort
an einen schönen, nur mir bekannten Ort.
Fern von all den weltlichen Sorgen,
fühl ich mich dort geborgen.
Wie ich den Weg dorthin find,
dass wusste ich schon als kleines Kind.
Denn dieser Ort,
dort in der Anderswelt,
wo das Mondlicht die Nacht erhellt,
dieser Ort,
wo ich bin, wie ich bin,
ohne Fragen nach dem Sinn,
dieser Ort,
an dem Liebe und Hass regieren,
dieser Ort,
wo, bei Freud und Leid,
stets das Gute wird siegen,
dieser Ort,
scheint er mir auch manchmal
so furchtbar weit fort,
dieser Ort,
der ist doch so nah bei mir,
weil ich ihn in meinem Herzen spür.
Darum danke ich der Göttin jetzt und hier
für mein Gefühl und mein Gespür,
das mich geleitet hat seit Anbeginn
und mich zu dem gemacht hat, was ich jetzt bin,
die Traumwandlerin.
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Ich wünsche Ihnen eine gute Reise in die Welt der Phantasie.
Ihre Stephanie Reinecke
  
Netze weben
Kontaktanzeigen:
- Hast du es auch satt, den alten Weg alleine zu
gehen? Suche lustige, lebensfrohe und selbstständige Menschen in und
um Heidelberg, die mit mir und mit der richtigen Mischung aus
Ernsthaftigkeit und Spaß regelmäßig die Vollmond- und Jahreskreisfeste
feiern und die Göttin ehren möchten.
Wichtig: Jeder bringt sich ein, alles kann, nichts muss. Achtung: Dies
ist KEIN Workshop und KEIN Coven!!
Kontakt: donnergoettin24@yahoo.de
- Kinder der Erdmutter, offene Gruppe
naturreligiöser Menschen bietet jeder Frau, jedem Mann und jedem Kind
im Raum München die Möglichkeit die Jahreskreisfeste mitzufeiern.
Nächster Termin: Fr. 30.01.2003 Fest des Lichts
Informationen und Anmeldung unter: aphaia@freenet.de

Kalender
Der Schlangengesang – Göttinnenkalender
Es existieren schon tausende Kalender für Festtage der Göttin in ihren
vielen Aspekten. In unserem Kalender bemühen wir uns nur Daten
aufzunehmen, die historisch belegt sind. Das ist nicht so einfach. Es
gibt wie gesagt viele Websites und Bücher die Termine verbreiten, aber
deren Quellen sind oft zweifelhaft oder überhaupt nicht genannt. Das
Auffinden und Auswerten historischer Quellen allerdings ist fast eine
Lebensaufgabe.
Deshalb haben wir in unseren Kalender neben den Daten und Bezeichnungen
eines Festes auch die Quelle der Daten eingetragen. Sollte jemand einen
Fehler entdecken oder noch ein Fest mit einer gesicherten Quelle
hinzufügen wollen, so ist sie/er herzlich dazu eingeladen.
artemisathene
  
Feiertage:
Kalender für Januar
11. und 18. Januar: Carmentalia: 2-tägiges Fest der Quellgöttin
Carmentis oder Carmenta: etruskischer Herkunft: Göttin der
„Carmina“, der Lieder, Prophetin und Geburtsgöttin
16. Januar: Fest der Concordia: römisch: Göttin der Eintracht,
Personifikation des moralischen Prinzips der „Nächstenliebe“
30. Januar: Fest der Pax: römisch: Friedensgöttin,
Personifikation des Friedens
artemisathene
  
Kalender für Februar 2004
1. Februar: Imbolc: Fest der Brigit (keltisch): Göttin des
Feuers, der Geburt, der Inspiration, Fruchtbarkeit, Medizin, Musik,
Nutztiere und des Handwerks
Quelle: diverse: z.B. Edain Mccoy: die keltische Zauberin, Zsusanna E.
Budapest, etc
2. Februar Lichtmess: Fest der Hl. Brigitta. Christianisierte
Form der Brigit,
Quelle: diverse:
Fest der Ceres in Rom: römische Göttin des Getreides
Quelle: www.novaroma.org (mit Bezug auf Quellen aus historischen
Büchern)
Nachdem römischen Festkalender (Reclam) und www.imperiumromanum.com
liegt dieser Festtag am 19. April
12. Februar: Fest der Diana: römische Mondgöttin und Göttin der
Jagd
Quelle: www.novaroma.org
Nach www.imperiumromanum.com lag ihr Festtag am 15. August.
Der römische Festkalender von Reclam schweigt dazu.
13. Februar: Parentalia: römisches Fest für die verstorbenen
Vorfahren (siehe Text im Anhang)
Quelle: der römische Festkalender (Reclam)
14. Februar: Fest der Juno Februra: römische Göttin des
Liebesfeuers/Liebesfiebers (lat. febris = das Fieber), der Ehe und
Familie
Quelle: www.novaroma.org evtl. 2. Februar (widersprüchliche Quellen)
17. Februar: Fornakalien: Festtag zu Ehren der römischen Göttin
Fornax: der Göttin des Brotbackens oder des Dörrens und Röstens
von Getreide
20. Februar: Charistia: römischer Festtag mit dem Zweck
Missverständnisse und Zwistigkeiten in der Familie bei einem Festmahl zu
beseitigen. Auch den Toten wurde ein
Festessen an die Gräber gestellt. Hielt sich bis in christliche Zeit
auch in Deutschland.
Quelle: www.manuscripta-mediaevalia.de und www.winterscape.com
24. Februar: Regifugium: römisches Fest zum Tode der Lucretia
Quelle: römischer Festkalender (Reclam)
25. Februar: Frühlingsbeginn in Athen. Rituelle
Reinigungszeremonien in den Tempeln (am 5. Tag des Mondmonats)
Quelle: www.winterscape.com
28. Februar - 6./7.März : kleine Eleusinische Mysterien (siehe
Text zu den großen Mysterien) zu Ehren der griechischen Göttinnen
Demeter und Persephone/Kore
Datum gilt nur für dieses Jahr: aufgrund des Mondkalenders der Griechen
muss dieses Fest jährlich neu berechnet werden.
Quellen: diverse: www.numachi.com
z.B. O.E. James: Der Kult der großen Göttin, Vera Zingsem: Göttinnen
großer Kulturen
artemisathene
  
Kalender für März 2004
Dieser Monat hieß im antiken Griechenland „Elaphebolion“ und war der
Göttin Artemis in ihrem Aspekt als Jägerin geweiht. Das dazugehörige
Fest fand am 6. Tag des Mondmonats statt. Dieses Jahr am 26./27.März
1. März: Matronalia: Fest zu Ehren der römischen Göttin Juno
Lucina (lat: lux = das Licht) (siehe Anhang); Göttin der Ehe und
„Geburtshelferin“
Quelle: www.imperiumromanum.com
www.novaroma.org
Tag des römischen Neujahres.
12. März: Tag des Martyriums der Hypatia, griechische Philosophin
von Christen ermordet 415 n.u.Z.
Quelle: Zsuzsanna E. Budapest
artemisathene

Der griechische Festkalender
Nach meinen ausgiebigen Recherchen zu Festtagen der griechischen
Göttinnen füge ich zu den Daten aus dem griechischen Festkalender noch
eine kurze Erklärung hinzu:
Der griechische Festkalender richtete sich nach dem Mondkalender. Das
bedeutet, dass sich die Daten auf den jeweiligen Tag des Mondmonats
beziehen und nicht auf das entsprechende Datum unseres Sonnenkalenders.
Das griechische Jahr hatte 12 oder 13 Mondmonate. Ein normales Jahr
hatte 354 oder 355 Tage, ein Schaltjahr 383 oder 384 Tage. In ein
Schaltjahr wurde ein 2. Monat des Poseidon eingeschoben. Dieser
Schaltmonat wird im 3., 6., 8., 11., 14., 17. und 19. Jahr
zwischengeschaltet. Das ist ein 19-Jahres-Zyklus. Sonst würden die Feste
in die falsche Jahreszeit fallen.
Die Monate hatten 29 oder 30 Tage, da ein Mondzyklus 29 ½ Tage hat. Der
Schaltmonat des Poseidon hatte 30 Tage.
Bestimmte Tage des Monats waren bestimmten Gottheiten geweiht. Ähnlich
wie unser Mon(d)tag oder Freitag (Freya-Tag).
Für die Göttinnen sah das folgendermaßen aus:
- 1. Tag des Mondmonats: Selene (Mondgöttin)
- 4. Tag des Mondmonats: Aphrodite (Liebesgöttin)
- 6. Tag des Mondmonats: Artemis (Göttin der
Jagd, jungfräuliche Göttin)
- 15. Tag des Mondmonats: Selene
- letzter Tag des Mondmonats (29. oder 30. Tag):
Hekate (Göttin der Wahrsagungen und der Magie)
Athene und Hera hatten wechselnde Festtage, sind
aber auch fast jeden Monat mit mindestens einem Festtag zu finden.
Auch die großen Feste, wie die eleusinischen Mysterien der Göttinnen
Demeter und Kore/Persephone wurden zwar immer im selben Monat und zur
selben Jahreszeit gefeiert, aber an von den delphischen Priesterinnen
und Priestern durch Orakelbefragung festgelegten Tagen. Die Götter
mussten immer in einem Orakel befragt werden, wann das Fest und damit
das Opfer unter einem guten Stern stand.
Ein Fest gegen den Willen der Götter hätte nach griechischem Denken eine
Katastrophe bedeutet.
So können wir uns heute, wenn es um Fest- und Feiertage der
klassisch-griechischen Gottheiten geht, nur an ungefähre Festdaten
halten. Wir sollten es als Vorteil sehen, müssen wir uns doch nicht
sklavisch an einen Tag halten und die Göttin ist also auch nicht
erzürnt, wenn wir einen Tag früher oder später ihrer gedenken. Im
Gegenteil es sollte für uns ein Ansporn sein es wie die Griechen zu tun
und vielleicht ein Orakel zu befragen oder aber die Göttin selbst um
einen Wunschtermin zu fragen.
artemisathene

Die „kleinen“ eleusinischen Mysterien
Fanden in der Zeit vom 20.-23.Februar (zur Berechnung des genauen Datums
bitte den Artikel „Der griechische Festkalender“ lesen) in Agrai am
südlichen Stadtrand von Athen statt.
Die Einweihungswilligen „Mysten“ zu den großen Mysterien im
September/Oktober wurden von Priesterinnen und Priestern der beiden
Göttinnen in der Mythologie der Demeter und Persephone/Kore unterwiesen.
Außerdem unterzogen sie sich Reinigungsriten, fasteten und opferten den
Göttinnen. Demeter und Persephone/Kore wurden während dieser Tage mit
Gebeten, Hymnen und Tänzen verehrt.
Quellen: E.O. James: Der Kult der großen Göttin
Vera Zingsem: Göttinnen großer Kulturen
Hans Kloft: Mysterienkulte der Antike
Marion Giebel: Das Geheimnis der Mysterien
artemisathene
  
Hypatia von Alexandria
Hypatia wurde vermutlich 364 n.u.Z. in Alexandria geboren. Sie war die
Tochter des Mathematikers und Astronomen Theon, der dort am Museion
lehrte. Er soll ihr erster Lehrer gewesen sein, den sie aber schon bald
überflügelte. Ihm half sie später beim Verfassen einiger
wissenschaftlichen Werke.
Ihre philosophische Ausbildung erhielt sie an der neoplatonischen Schule
von Alexandria, deren Vorsteherin sie später wurde (eine Frau an dieser
Stelle war damals übrigens nicht ungewöhnlich).
Sie unterrichtete Mathematik, Geometrie, Astronomie, Philosophie,
Astrologie und Rhetorik. Hypatia war aber auch in Geheimwissenschaften
und Zahlenmystik eingeweiht worden.
Zu ihren wissenschaftlichen Errungenschaften zählen: die Erfindung des
Astrolabiums, ein Gerät mit dem man die Position der Planeten bestimmen
kann, des Aräometers, ein einfaches Gerät zur Bestimmung des
spezifischen Gewichtes von Flüssigkeiten, das Verfassen mathematischer
Schriften zu den Kegelschnitten und zu den elliptischen Bahnen der
Planeten.
Hypatias philosophische Lehre wird als weltoffene und ökumenische
Synthesereligion beschrieben, sie wollte die christliche Lehre mit
Naturwissenschaft und antiker Philosophie, magischen Wissenschaften und
Mysterienkulten verbinden.
Nicht allein nur deshalb hatte Hypatia auch großen politischen Einfluss,
sie war sowohl mit Christen als auch andersgläubigen Persönlichkeiten
der damaligen Zeit gut bekannt.
Mitte März des Jahres 415 n.u.Z. wurde Hypatia von Christen bestialisch
ermordet. Sie wurde auf dem Heimweg von einer aufgebrachten Menge in die
Basilika Caesarea geschleppt, entkleidet, erstochen, zerteilt und
verbrannt.
Ihre Ermordung war ein Anschlag auf das „alte“ Wissen. Astrologie,
Astronomie, Mathematik und alles andere das Hypatia lehrte, galt bei den
Christen als Irrglauben. Und Lehren egal welcher Art durften schon gar
nicht von Frauen verbreitet werden. Ziel war mit dem Anschlag auch die
Ausrottung des Heidentums und der von den Vertretern wie Hypatia
verteidigten Wissenschaften. Zur gleichen Zeit wurden in Alexandria das
Isis-Heiligtum, das Serapeion und auch die riesige Bibliothek des
Museion bei Anschlägen zerstört.
Nach dem Tod Hypatias verließen die meisten renommierten Wissenschaftler
und Philosophen Alexandria und die Blütezeit der Stadt ging zu Ende.
Literatur und Links:
- Sabine Bauer: Die Siegel der Sophia
- Annemarie Maeger: Hypatia
- http://www.netzstilus.at/sophia/hypatia.html
- http://www.tfh-berlin.de/frauen/web-hypatia/
artemisathene
  
Parentalia (Divi parentes)
Die so genannten Parentalia oder divi parentes waren Festtage zu Ehren
der verstorbenen Ahninnen und Ahnen.
Sie begannen am 13. Februar und zogen sich über die „nundinae“(Markttag)
bis zum 21. Februar (Feralia oder Di Manes) hin. Sie schlossen die
Lupercalia am 15.2. (ein sehr archaisches Fruchtbarkeitsfest zu Ehren
des Hirtengottes Lupercus/Faunus) und die Quirinalia am 17.2. (Fest der
Götterdreiheit: Jupiter, Mars und Quirinus) ein.
Den Einfluss, den die Göttin bei diesem Fest besaß, kann man daran
sehen, dass die Feierlichkeiten mit einem Opfer der „Virgo maxima
Vestalis“, also der höchsten Priesterin der Göttin Vesta eröffnet
wurden.
Aus der Überlieferung ist bekannt, dass die Bevölkerung annahm, dass in
diesen Tagen die Geister der Toten umherschweiften um sich für
erlittenes Unrecht zu rächen.
Deshalb versuchte man die Geister durch aufgestellte Gabenteller mit
Brot, Salz und Wein sowie durch geweihte Kränze zu besänftigen.
Während der „nundinae“ (römischer Markttag, markierte sozusagen das
Wochenende) blieben alle Tempel geschlossen, die Magistrate der Stadt
legten ihre Amtszeichen ab und alle Feiern und Orakel mussten
unterbleiben.
Der letzte Tag, die Feralia oder Di Manes, war im Gegensatz zu den
Parentalia, die ein privates Fest der Bevölkerung war, ein öffentliches
Fest des römischen Staates.
Dennoch wurden auch hier den privaten Toten Opfergaben gebracht.
Quellen: Der römische Festkalender, Reclam
Zsusanna E. Budapest
artemisathene

Regifugium – Der Tod der Lucretia
Ist kein wirklicher Göttinnen – Festtag, aber doch ein Festtag für die
Gerechtigkeit Frauen gegenüber:
Die Geschichte im Hintergrund war folgende:
Die Patrizierin (adelige Bürgerin Roms) Lucretia war von Sextus, dem
jüngsten Sohn des Königs Superbus, vergewaltigt worden. Sie gestand
ihrem Vater und ihrem Ehemann die Tat, konnte und wollte mit der Schande
aber nicht leben und nahm sich das Leben.
Ihr Mann Tarquinius und ein weiterer Patrizier namens Brutus, wollten
sie rächen, schleppten ihren Leichnam aufs Forum und stachelten das Volk
auf den König und seine ganze Sippe zu verjagen.
Und tatsächlich: Volkes Zorn wirkte und der König musste fliehen (lat.
rex/regis = der König; fugium = die Flucht)!
Anlässlich dieses Ereignisses wurde in Rom nun jedes Jahr am 24. März
die Vertreibung des Königs und seiner brutalen Sippe gefeiert. Der
Oberpriester muss nach dem erbrachten Opferritus die Flucht ergreifen.
artemisathene

Matronalien
Am 1.März fanden die Matronalien in Rom statt. Es waren Festtage zu
Ehren der Göttin Juno Lucina. Ihr Haupttempel in Rom stand auf dem
Esquilin, einem der 7 Hügel Roms.
Lucina bedeutet soviel wie die Lichtbringerin. Es kommt von lateinisch „lux“
= das Licht. Im Allgemeinen nimmt man an, dass damit ihre Funktion als
Geburtsgöttin gemeint ist, denn Juno wurde häufig mit einem Baby im Arm
dargestellt und auch von den Frauen um eine gute Schwangerschaft und
Geburt gebeten.
Ihre Symbole waren die Lampe und auch die Opferschale. Nach einer
geglückten Geburt war es üblich im Tempel ein Opfer für sie
darzubringen.
Der Festtag der Matronalien war ein sehr fröhlicher Tag, an dem neben
den Opfern im Tempel auch sehr harmonische Familienfeste gefeiert
wurden. Es war Brauch, dass man sich gegenseitig beschenkte, miteinander
ein Festmahl einnahm und mit Musik und Tanz den Abend ausklingen ließ.
Manche tanzten sogar auf den Straßen der Stadt bis spät in die Nacht.
Zu den offiziellen Feiern im Tempel kamen die Frauen mit offenen Haaren
und ungeknoteten Kleidern. Nichts durfte sie „binden“. An diesem
Feiertag der Frauen waren sie frei und ungebunden! Und die Ehemänner
beteten zu Juno für die Gesundheit ihrer Ehefrauen.
Ein weiteres wichtiges Ereignis an diesem Tag war die Erneuerung des
Feuers im Tempel der Vesta. Die Vestalinnen, die Priesterinnen der
Göttin Vesta, hatten die Aufgabe dieses Feuer nie ausgehen zu lassen. Es
symbolisierte das Wohlergehen und die Sicherheit des römischen
Gemeinwesens.
artemisathene

Impressum
Schlangengesang – der Rundbrief für Göttinnenspiritualität wird von
keiner Organisation herausgegeben, sondern von Privatpersonen, die sich
zu diesem Zweck zusammen fanden.
V.i.S.d.P.: Nora Bugdoll, Florastraße 57b, 13187 Berlin
Bilder:
Schlangengesanglogo von Distelfliege
Zierelemente von jana und Caitlin
Schneeglöckchen- und Kerzenbild von Caitlin
Bild zum Gedicht "Im Silberlicht der Göttin“ von Stephanie Reinecke
Brigidbild:
Amy Sophia Marashinsky/Hrana Janto
GÖTTINNEN-GEFLÜSTER
Set aus Buch (304 S., s/w-illustriert) und
52 farbigen Orakelkarten (95 x 113 mm)
EUR 30,60
ISBN 3-930944-89-8
Dieser Rundbrief darf nur als Ganzes und unverändert in der vorliegenden
Form weiter verbreitet werden. Eine Weiterverbreitung als Ganzes ist
erwünscht.
Das Copyright des vorliegenden Materials (Bilder, Texte, Grafiken,
Dateien u.ä.) liegt bei den jeweiligen AutorInnen, KünstlerInnen, die im
Einzelnen der Redaktion namentlich bekannt sind. Jegliche
Weiterverwendung des Materials ist nur mit Genehmigung des jeweiligen
Autoren, der jeweiligen Autorin, erlaubt.
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